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Rebellin zur falschen Zeit

Rebellin zur falschen Zeit
Die Philosophin, Schriftstellerin und Radikalfeministin Helene von Druskowitz
Von Sabrina Adlbrecht

Geboren 1856 als Tochter einer wohlhabenden Wiener Familie, absolvierte Helene von Druskowitz die Externisten-Matura und übersiedelte dann nach Zürich, wo Frauen zum Studium zugelassen waren. Sie promovierte als erste Österreicherin und zweite Frau überhaupt in Philosophie. Von Druskowitz verfasste - oft unter Pseudonym - literaturwissenschaftliche Arbeiten, literarische, philosophische und radikalfeministische Texte, schrieb Dramen und Komödien.

Zudem sorgte sie mit ihrer schillernden Persönlichkeit für Aufsehen: Sie rauchte und trank ausgiebig und bewegte sich als Intellektuelle und lesbische Frau außerhalb der akzeptierten Normen. Helene von Druskowitz wurde zunehmend als unheilbar krank und paranoid betrachtet und schließlich entmündigt. Insgesamt verbrachte sie fast dreißig Jahre ihres Lebens in psychiatrischen Anstalten. Ihre intellektuelle Arbeit allerdings setzte sie bis zu ihrem Tod 1918 fort.

Service

Keintzel, Brigitta: Helene von Druskowitz - In: Wir sind die Ersten, die es wagen : Biographien deutschsprachiger Wissenschafterinnen, Forscherinnen, intellektueller Frauen / Bundesministerium für Unterricht und Kunst, Abt. Präs. 3. Red.: Ilse Korotin. Autor/inn/en: Karl Fallend - Wien: Bundesministerium für Unterricht und Kunst, Abt. Präs. 3, 1993 , 36-41

Über Lord Byron's Don Juan: eine litterarisch-ästhetische Abhandlung. Zürcher und Furrer, Zürich 1879, OCLC 637221766 Dissertation Universität Zürich, 1879, 58 Seiten, Referent: Andreas Ludwig Kym.

Percy Bysshe Shelley. Robert Oppenheim, Berlin 1884.

Drei englische Dichterinnen (Joanna Baillie, Elizabeth Barrett Browning, George Eliot), Essays. Robert Oppenheim, Berlin 1885, OCLC 6696737

Moderne Versuche eines Religionsersatzes. Ein philosophischer Essay. G. Weiß, Heidelberg 1886.

Zur neuen Lehre. Betrachtungen. Weiß, Heidelberg 1888. von Erna: Pessimistische Kardinalsätze: ein Vademekum für die freiesten Geister. Herrose & Ziemsen, Wittenberg

Traute Hensch (Hg.): Der Mann als logische und sittliche Unmöglichkeit und als Fluch der Welt: Pessimistische Kardinalsätze von Helene v. Druskowitz. Biograph. Übersicht Hinrike Gronewold. Verlag Kore, Freiburg, 1988.

Hinrike Gronewold: Helene von Druskowitz 1856-1918 - die geistige Amazone. In: Wahnsinns-Frauen. Hrsg. von Sibylle Duda. Suhrkamp Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1992,

Helga Guthmann: Helene Druskowitz: von der Schau der letzten Dinge zum Endesende. In: Wissen Macht Geschlecht: Philosophie und die Zukunft der "condition féminine". Hrsg. von Birgit Christensen. Chronos, Zürich 2002

Ursula Kubes-Hofmann: Druskowitz, Helene von. In: Brigitta Keintzel, Ilse Korotin (Hrsg.): Wissenschafterinnen in und aus Österreich. Leben - Werk - Wirken. Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2002,

Ursula Kubes-Hofmann: Bericht über zwei "Entartete". In: Die Frauen Wiens: ein Stadtbuch für Fanny, Frances und Francesca. Hg. von Eva Geber, Sonja Rotter und Mariette Schreiber. AUF-Edition Verlag der Apfel, USAWien1992


Wikipedia - Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950

Frauen in Bewegung - Helene von Druskowitz

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