Zwei Hunde kämpfen.

AFP/SAMUEL KUBANI

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Streitkultur

Eine Meinungsverschiedenheit (3). Gestaltung: Ilse Huber

Ein böser Blick, ein falsches Wort, ein aufgestautes Ärgernis. Die Anlässe zum Streiten sind oft nicht die wahren Ursachen für eine Auseinandersetzung. Die Gründe, warum man sich in die Haare gerät und aus einem Disput ein handfester Konflikt wird, sind komplex. Doch was ist ein Streit und wie kann er ablaufen ohne, dass es zu Verletzungen an Leib und Seele kommt? Streiten ist nicht Etwas, das man anstrebt. Vielmehr passiert es aus einer Situation heraus. Aber dem Streit auszuweichen, ihn zu ignorieren und weg zu schweigen, lohnt sich auf lange Sicht nicht.

Streiten ist verpönt. Da ist schnell die Rede vom zerbrochenen Porzellan und kaputten Beziehungen. Der Ausgang eines Streits verursacht Angst und die ist nicht beherrschbar. Also es lieber gar nicht so weit kommen lassen? Doch ist das die richtige Strategie? In den letzten zwanzig Jahren hat sich im Umgang und in der Beurteilung von Konfrontationen viel getan. Da ist vom zivilisierten Streiten die Rede, von der Kunst zu streiten und vom konstruktiven Streiten. Denn Streiten will gelernt sein. Was Menschen persönlich im privaten, beruflichen oder öffentlichen Leben passiert, hat seine Auswirkungen auf das gesamte Zusammenleben.

"Wer Frieden will, muss streiten können", lautet einer der unzähligen Buchtitel. Anscheinend gibt es ein großes Bedürfnis, das menschliche Aneinandergeraten besser zu managen - Reibungspunkte gibt es immer. Aber eine schwelende Differenz nicht auszusprechen und direkt anzugehen, führt zu noch tieferen Verwerfungen.
Streiten heißt auch Position beziehen, Haltung einnehmen und mit anderen Personen Dinge aushandeln. Das erfordert Zivilcourage, Mut und Konfliktfähigkeit. Der Faustkampf taugt nicht als Entscheidungskriterium, die Verlegung eines Streits in die digitale Welt, erscheint eher als Flucht. Also echte Aussprache, direkte Auseinandersetzung. Förderung der Debattenkultur mit Achtung und Respekt. Alles leichter gesagt als getan. Wie oft prallen Zorn, Ohnmacht und Enttäuschung auf Leidenschaft. Der Ausgang? Unbekannt. Und hier kommt die Streitschlichtung ins Spiel. Sie kennt De-Eskalationsmethoden, setzt auf Dialogforen und Verhandlungsschemata, die tatsächlich Kultur in den Streit bringen. Ilse Huber hat erkundet, wie die Kommunikation im Streit verbessert werden kann.

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Stefan Reutter
Wer Frieden will, muss streiten können, Eine Aufforderung zur Political Directness

Marie-Luisa Frick, Zivilisiert streiten-zur Ethik der politischen Gegnerschaft, Reclam 2017
Getting to Yes: Negotiating an agreement without giving in
Englisch Ausgabe | von Roger Fisher und William Ury

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