Zeichnung eines Labyrinths

AP/IKONI/JOHN HOLCROFT

Salzburger Nachtstudio

Alles misslingt nach Plan

Alles misslingt nach Plan
Die Paradoxien des Robert K. Merton
Gestaltung: Michael Reitz

Der US-Soziologe Robert K. Merton (1910-2003) gilt als einer der originellsten Denker der jüngsten Zeit. Er ist für eine ganze Reihe von Begriffsschöpfungen verantwortlich, die nicht nur in der modernen Soziologie und Psychologie eine Rolle spielen, sondern sich auch in unseren Alltagserfahrungen widerspiegeln. So z.B. die "Verschlimmbesserung": eine amtliche Maßnahme funktioniert zunächst sehr gut, verschärft die Misere aber nur gegen die sie ergriffen wurde. Oder "sich selbst erfüllende Prophezeiungen": in der Corona-Krise wurden manche Lebensmittel knapp, weil angeblich Lieferengpässe drohten.

Obwohl die Arbeiten Robert K. Merton für viele Disziplinen wichtig waren, ist er heute fast vollständig vergessen.
Am bekanntesten wurde der auf ihn zurückgehende sogenannte "Matthäuseffekt", sowie seine Unterscheidung von echten und unechten Wissenschaften. Merton war einer der ersten, der sich Gegenmaßnahmen zu Fake News ausdachte. In seinem bekanntesten Buch "Auf den Schultern von Riesen - Ein Leitfaden durch das Labyrinth der Gelehrsamkeit" stellt er mit beißendem Spott Selbstverständlichkeiten in Wissenschaft und Gesellschaft in Frage.
Ein Salzburger Nachtstudio von Michael Reitz

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