Stift und Radiergummi liegen auf einer Notiz

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Ö1 Kunstsonntag: Neue Texte

Aufzeichnungen letzter Lebenswochen

"Gesund schreiben". Der Literaturpreis der Ärztekammer für Wien. Silvia Meisterle liest den Siegertext: "Was der Fall ist. Ein Stundenheft." Von Elvira Steppacher. Redaktion: Edith-Ulla Gasser.

Am 28. September ging im ORF RadioKulturhaus der Abschlussabend des zweiten Literaturpreises "Gesund schreiben" der Wiener Ärztekammer über die Bühne. Beinahe 700 anonyme Einsendungen waren aus dem gesamten deutschsprachigen Raum gekommen. Vierzehn der Autorinnen und Autoren erreichten mit ihren Texten die Jury-Longlist und fünf die Shortlist, aus der Michael Dangl und Chris Pichler im Großen Sendesaal Ausschnitte lasen.

Der vor Ort ermittelte Publikumspreis ging an die erst 15-jährige niederösterreichische Schülerin Paula Dorten für ihre Erzählung "Frau Professor und Herr Kollege". Der Text spielt in einem Flüchtlingslager an der Grenze Europas. Als Jurymitglied überreichte der Autor Paulus Hochgatterer der jungen Autorin den mit 1000.- Euro dotierten und von der im Saal anwesenden Zuhörerschaft vergebenen Preis.

Den von der Fachjury ausgewählten Sonderpreis für einen besonders originellen Text erhielt der deutsche Autor Theobald Fuchs für seine satirischen Autofahrer-Erzählung "Freie Bahn". Überreicht wurde der Sonderpreis von der Literaturwissenschaftlerin und Jurorin Daniela Strigl.

Durch den Abend im Großen Sendesaal führte Günter Kaindlstorfer, der nach einer Live-Diskussion der fünfköpfigen "Gesund schreiben"-Jury den Schauspieler Michael Dangl bat, das Kuvert mit dem Ergebnis der schriftlich abgegebenen Jury-Voten zu öffnen.

Die Gewinnerin des zweiten Literaturpreises "Gesund schreiben" der Wiener Ärztekammer heißt Elvira Steppacher. Die 1963 geborene deutsche Literaturwissenschaftlerin betreibt in München eine Agentur für Markenstrategie und Ideen-Entwicklung. Elvira Steppachers Erzählung, die den mit 4000,- Euro dotierten Hauptpreis errang, trägt den Titel "Was der Fall ist. Ein Stundenheft". Eine Frau weiß, dass sie an einem Gehirntumor sterben wird. Auf dem Friedhof, den sie fast täglich besucht, schreibt sie auf, was sie sieht. Obwohl ihre Sehkraft immer schlechter und ihr schriftlicher Ausdruck immer verwaschener wird, versucht sie bis zuletzt möglichst wertfrei alles Beobachtete zu notieren. Steppachers Siegertext, so das einhellige Urteil der Jury, zeigt eine ebenso einfache wie überzeugende Kongruenz zwischen Inhalt und Form.


Durch den Abend im Großen Sendesaal führte Günter Kaindlstorfer, der nach einer Live-Diskussion der fünfköpfigen "Gesund schreiben"-Jury den Schauspieler Michael Dangl bat, das Kuvert mit dem Ergebnis der schriftlich abgegebenen Jury-Voten zu öffnen.

Die Gewinnerin des Zweiten Literaturpreises "Gesund schreiben" der Wiener Ärztekammer heißt Elvira Steppacher. Die 1963 geborene deutsche Literaturwissenschaftlerin betreibt in München eine Agentur für Markenstrategie und Ideen-Entwicklung. Elvira Steppachers Erzählung, die den mit 4000,- Euro dotierten Hauptpreis errang, trägt den Titel "Was der Fall ist. Ein Stundenheft". Eine Frau weiß, dass sie an einem Gehirntumor sterben wird. Auf dem Friedhof, den sie fast täglich besucht, schreibt sie auf, was sie sieht. Obwohl ihre Sehkraft immer schlechter und ihr schriftlicher Ausdruck immer verwaschener wird, versucht sie bis zuletzt möglichst wertfrei alles Beobachtete zu notieren. Steppachers Siegertext, so das einhellige Urteil der Jury, zeigt eine ebenso einfache wie überzeugende Kongruenz zwischen Inhalt und Form.

Service

Elvira Steppacher, "Was der Fall ist. Ein Stundenheft", Manuskript, 2021

http://www.elvirasteppacher.de/home.html#lesungen-2021

Eine Anthologie mit den 14 Texten der Jury-Longlist ist im Literaturverlag Braumüller erschienen und im Buchhandel unter dem Titel "Gesund schreiben" erhältlich.

Sendereihe

Gestaltung

  • Edith-Ulla Gasser

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