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Höhepunkt, Wendepunkt: Rock vor fünfzig Jahren

1971. Ein Wunderjahr der Popmusik - und was es dazu macht

Zweifellos war das Jahr 1971 im Bereich der populären Musik ausgesprochen ergiebig - dafür sprechen lange Listen wichtiger Plattenveröffentlichungen, Chroniken von Festivals und persönliche Erinnerungen. Fans und Kritiker/innen verorten hier unter anderem das endgültige Ende der 1960er Jahre, mit dem Tod von Jim Morrison und bedeutenden posthumen Veröffentlichungen etwa von Janis Joplin.

Auch andere musik- und kulturgeschichtliche Stränge und Epochen des 20. Jahrhunderts schienen 1971 beendet, mit dem Ableben von Louis Armstrong, Igor Strawinsky oder Coco Chanel - der Erfinderin unter anderem des "Kleinen Schwarzen".

Der Autor Martin Schuster diagnostiziert in seinem Buch "Rock im Jahr 1971. Größer, lauter, aufregender" zwar ebenfalls das Ende mancher Trends und ein "Jahr der Desillusionierung" - aber zugleich mehrfachen Neubeginn: "Die Grundsteine für Hard Rock, Heavy Metal, Prog Rock und Glam Rock sind gelegt worden und erfolgreiche Bands in Europa und Übersee beginnen ganze Sportstadien zu füllen."

Das erste Jahr der Dekade stellt demnach Weichen und wirkt bis heute nach, mit Neuerungen in der Studiotechnik, dem Siegeszug des Synthesizers oder der Blüte des deutschen "Krautrock", zugleich mit kreativen Entwicklungen in Folk und Songwriting. Auch die ehemaligen Beatles, unter anderen, sind damals nicht nur mit dem Aufarbeiten ihrer Geschichte beschäftigt, sondern auch damit, sich künstlerisch neu zu finden.

Ob 1971 tatsächlich ein Wunderjahr des Rock und Pop war und welche Meilensteine es zu einem annus mirabilis machen, darüber diskutieren Martin Schuster und Johann Kneihs anhand von - besser oder schlechter gealterten - Belegen von vor fünfzig Jahren.

Gestaltung: Johann Kneihs

Service

Buch: Martin Schuster: "Rock im Jahr 1971. Größer, lauter, aufregender", Bibliothek der Provinz 2021

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