Zerschossener Stadtteil in Syrien

AP/HUSSEIN MALLA

Praxis - Religion und Gesellschaft

Gerechtigkeit für Folteropfer in Syrien

Syrien: Kampf gegen Folter und Kriegsverbrechen +++ Ägypten: Organspenden – ein kontroverses Thema im Islam +++ „Licht ins Dunkel" unterstützt Lerncafes

1. Syrien: Kampf gegen Folter und Kriegsverbrechen

Seit zehn Jahren tobt in Syrien ein Bürgerkrieg. Auch wenn die Kampfhandlungen selbst weniger geworden sind, ist die Situation für die Menschen vor Ort unendlich schwierig. Katastrophal nennt Caritas-Österreich-Auslandschef Andreas Knapp, der erst vor kurzem in Syrien und im Libanon war, die Versorgungslage. Frieden oder gar die Lösung des Konflikts sind nicht absehbar.

Am 10. Dezember war der Internationale Tag der Menschenrechte. Doch in Syrien werden diese noch immer mit Füßen getreten. „Alles, was sie jemals über Entführungen und Folter gehört haben“, sagt Mazen Darwish, syrischer Anwalt, Journalist und Folteropfer, „ist wahr, habe ich mit eigenen Augen gesehen, hab ich selbst erlebt“. Die syrische Anwältin Joumana Seif ist unter anderem Mitbegründerin des Syrian Women's Network und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Folgen sexualisierter Gewalt.

Darwish und Seif gehören zu jenen syrischen Menschenrechtsanwältinnen und -aktivisten, die sich auch in Europa für die Aufarbeitung schwerer Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen einsetzen, auch vor Gericht. Eine Spur führt unter anderem nach Österreich, berichtet Susanne Krischke.


2. Ägypten: Organspenden – ein kontroverses Thema im Islam

Neun Prominente, darunter Schauspielerinnen, Journalisten und Autorinnen, haben sich in Ägypten in den vergangenen Monaten öffentlich als Organspender/innen registrieren lassen und damit eine gesellschaftliche Diskussion neu entfacht. Noch immer wirkt in der ägyptischen Gesellschaft die Lehrmeinung des populären Predigers Scheich Muhammad Mutawalli al-Sharawi nach, der bis zu seinem Tod 1998 die Ikone der islamischen Volkskultur war und sich vehement gegen Organspenden ausgesprochen hat.

Andererseits warten viele Menschen verzweifelt auf Spenderorgane und Ägypten gilt als eine der Drehscheiben für den illegalen Organhandel. Islamische Autoritäten haben die Organspenden in Ägypten inzwischen längst mit Fatwas abgesegnet, der Staat hat sie legalisiert, aber im Volksglauben hält sich weiter die Meinung, dass man einen von Gott gegebenen Körper nicht spenden dürfe. Aus Kairo berichtet ORF-Korrespondent Karim El-Gawhary.


3. „Licht ins Dunkel" unterstützt Lerncafes

„Hier habe ich die Ruhe zum Lernen“, „Hier bekomme ich Antworten auf meine Fragen“ und „Hier kann ich Freunde treffen“ … Das antworten Kinder und Jugendliche, wenn man sie fragt, warum sie die Lernbetreuung der evangelischen Diakonie in Anspruch nehmen. Die Gründe, warum diese Kinder Unterstützung brauchen, sind vielfältig: weil die Eltern zu wenig Zeit haben, weil die Deutschkenntnisse nicht optimal sind, aufgrund von Problemen beim „Distance Learning“ oder weil es an Lernmotivation mangelt - hier bekommen alle, was sie brauchen.

Der Erfolg gibt Projekten dieser Art recht: Die Lerncafés der katholischen Caritas hatten im vorigen Schuljahr eine Erfolgsquote von 94 Prozent, fast alle Schülerinnen und Schüler, die hier begleitet wurden, haben das Schuljahr positiv abgeschlossen. Ö1 fördert heuer im Rahmen von „Licht ins Dunkel“ Aktivitäten zur außerschulischen Lernbetreuung. Gestaltung: Brigitte Krautgartner.

Service

Caritas
European Center for Constitutional and Human Rights
Syrian Women's Network
Syrian Center for Media and Freedom of Expression
Bruno-Kreisky-Preis/Darwish Mazen
Commission for International Justice and Accountability
International, Impartial and Independent Mechanism
Artikel im "Standard"

Koptisch-orthodoxe Kirche erlaubt Organspenden

Weil Bildung Türen öffnet - Ö1/Licht ins Dunkel
Caritas Lerncafes
Diakonie Kinder- und Jugendhilfe
Lernbetreuung Wien

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