Manuela Tomic

MICHAEL OBEX

Ö1 Kunstsonntag: Neue Texte

Was wir nicht sind

"Blaupausen". Von Manuela Tomic. Es liest: Pippa Galli. Redaktion: Edith-Ulla Gasser.

Mira ist die Sprache hässlich geworden. Ihr Mund gibt Laute von sich, die niemand mehr versteht. Im Prosatext "Blaupausen" blicken sechs Menschen auf ihr Leben und die Wendungen, die es hätte nehmen können - wenn das Schicksal nur planbar gewesen wäre. So entsteht ein mehrstimmiger Alltagsreigen, ein Familienpanorama aus dem ehemaligen Jugoslawien, in dem Orte und Lebenswege wie Blaupausen austauschbar scheinen. Beginnend mit dem Kriegsjahr 1992 werden die labyrinthischen Stränge durch einen 14. April als ein stets wiederkehrendes Datum miteinander verbunden. Nur eines steht schon zu Beginn fest: Mira, die Hauptfigur, spricht nicht mehr.

Die Autorin und Journalistin Manuela Tomic wurde 1988 in Sarajevo geboren und lebt seit 2006 in Wien. Mit ihrem Hörspiel "Lieber zerfranst es mich..." erreichte sie 2021 den zweiten Platz beim Ö1-Kurzhörspielwettbewerb "Track 5'". Manuela Tomic arbeitet als Redakteurin bei der Wochenzeitung "Die Furche".

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Manuela Tomic,"Blaupausen", Manuskript, 2021

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