Rüdiger Safranski

Rüdiger Safranski - APA/FRANZ NEUMAYR/MMV

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Der Ö1 Essay von Rüdiger Safranski

Der Ö1-Essay. Rüdiger Safranski: "Einzeln sein. Eine philosophische Herausforderung", Es lesen Florentin Groll und Rafael Schuchter. Gestaltung: Gudrun Hamböck.

In der Frage, wie sich der Einzelne zur Gesellschaft zu stellen habe, geraten zwei Giganten der Aufklärung aneinander: der radikale Individualist Jean Jacques Rousseau und der gesellige Enzyklopädist Denis Diderot. Während sich der Konflikt der beiden befreundeten Denker auf der persönlichen Ebene desaströs auswirkt, wird er in Diderots Werk fruchtbar und grundiert die ab 1761 entstehende Dialogerzählung "Rameaus Neffe". Die skandalöse Satire wurde zu Lebzeiten ihres Autors nicht verlegt und gelangte als Abschrift aus der Petersburger Eremitage in die Hände Johann Wolfgang von Goethes, in dessen Übersetzung sie 1805 erschien und sozusagen erst auf dem Rückweg in Frankreich bekannt wurde.

Der deutsche Literaturwissenschaftler, Philosoph und Schriftsteller Rüdiger Safranski, der in seinem neuen Buch "Einzeln sein. Eine philosophische Herausforderung" den Spuren des modernen Individualismus in der Philosophiegeschichte nachgeht, stellt dem historischen Philosophen Rousseau die Titelfigur "Rameau" aus Diderots Text gegenüber. Was dabei herauskommt liest sich wie ein in Zeiten zunehmender Diskurslosigkeit ungemein aktuelles Plädoyer für geistige Beweglichkeit und für die Bereitschaft sich als Teil der Gesellschaft zu begreifen und mit ihren Vorläufigkeiten, Widersprüchen und offenen Fragen lustvollen dialektischen Umgang zu pflegen, statt sich in eine Eigenwahrheit zu isolieren.

Florentin Groll und Rafael Schuchter werden Rüdiger Safranskis Essay lesen.

Gestaltung: Gudrun Hamböck.

Service

Rüdiger Safranski, Einzeln sein. Eine philosophische Herausforderung. Carl Hanser Verlag, München 2021.

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