Stoppt die Bodenversiegelung, Transparent

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Punkt eins

Es muss (k)ein Einfamilienhaus sein

Über die Herausforderungen und die Zukunftsfähigkeit der beliebtesten Wohnform in Österreich.
Gäste: Univ.Ass. Dipl.-Ing. Barbara Steinbrunner, Forschungsbereich Bodenpolitik und Bodenmanagement & Univ.Ass. Dipl.-Ing. Isabel Stumfol, Center Ländlicher Raum an der Fakultät für Architektur und Raumplanung, beide am Institut für Raumplanung der Technischen Universität Wien.
Moderation: Barbara Zeithammer.
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Für viele Menschen in Österreich ist es der Wohntraum schlechthin, der Inbegriff von Selbstbestimmung und eine Art Grundbedürfnis: das eigene Haus mit Garten, im Idealfall freistehend. Lange wurde das "Haus mit Garten" auch politisch gefördert, zuletzt geriet es von vielen Seiten massiv in die Kritik.

Keine Wohnform verbraucht mehr Platz als das freistehende Einfamilienhaus. Es trägt damit wesentlich zum in Österreich enorm hohen Flächenverbrauch bei. Die Energiebilanz ist meist schlecht und die Nutzung der Wohnform ineffizient, denn ein Großteil der Einfamilienhäuser wird nicht von Familien, sondern von ein bis zwei Personen bewohnt.

Die Zahl der Haushalte stieg im vergangenen Jahrzehnt fast doppelt so stark wie die Bevölkerungszahl. Die Anzahl der Personen pro Haushalt nimmt ab, die Wohnfläche pro Einwohner:in steigt. Statt leerstehende Gebäude zu nutzen, wird auf der grünen Wiese neu gebaut und mit dem Haus ist es nicht getan, es braucht Infrastruktur wie Straßen etc. Zugleich steigen die Wohnkosten in den Städten beachtlich an und mit der Pandemie zieht es immer mehr Menschen ins Grüne. Doch sind die Kinder aus dem Haus, wird das Eigenheim auch zu einer Belastung.

Wie hoch die Emotionen bei diesem Thema gehen, zeigte unlängst die Debatte in Deutschland über ein vermeintliches Verbot des Baus von Einfamilienhäusern. In der Raumplanung und der Politik besteht Handlungsbedarf - doch in welche Richtung und wie? Was sind die Steuerungsmöglichkeiten, was die Alternativen, wo liegen die Wurzeln des Traums von einem eigenen Haus und was ist der wissenschaftliche Kenntnisstand zum Thema Einfamilienhaus in Österreich?

Mit dem vergangenen Semester haben die Raumplanerinnen Barbara Steinbrunner vom Forschungsbereich Bodenpolitik und Bodenmanagement und Isabel Stumfol vom Forschungsbereich für Regionalplanung (gemeinsam mit Lena Schartmüller) von der TU Wien mit Studierenden Antworten auf Fragen wie diese erarbeitet. Als Gäste bei Barbara Zeithammer erläutern die Wissenschaftlerinnen die Hintergründe der emotionalen Debatte über die Herausforderungen und die Zukunftsfähigkeit der beliebtesten Wohnform in Österreich.

Diskutieren Sie mit, berichten Sie von Ihren Überlegungen für oder gegen den Bau eines Einfamilienhauses, von Ihren Erfahrungen unter der Telefonnummer 0800 22 69 79 live und kostenlos aus ganz Österreich, oder Sie schreiben ein E-Mail an punkteins(at)orf.at

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