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Radiokolleg - Wort.Schätze - die Ö1 Sprachviertelstunde

Deutsche Sprachinseln in Osteuropa (2). Gestaltung: Ute Maurnböck

Deutschsprachige haben sich im Lauf der Jahrhunderte in vielen Teilen der Welt angesiedelt, gerade innerhalb Europas gibt es viele Sprachinseln, wo Menschen bis heute die Sprache ihrer VorfahrInnen sprechen. Von Sibirien im äußersten Osten Europas bis nach Italien gab oder gibt es solche Sprachinseln, gegründet von Menschen, die entweder freiwillig oder durch Zwangsmaßnahmen ins östliche Europa kamen.
Ute Maurnböck hört sich diese Woche in vier Ländern (Nord)Osteuropas um, wo Deutsch in unterschiedlichen Varietäten weiterlebt: als Muttersprache, Zweitsprache oder Fremdsprache. Heute scheint - zumindest meist - überwunden, dass es einst auch Sprache der Unterdrückung war.

Deutsch in Ungarn - 1000 Jahre "Schwaben"
Seitdem König Stephan der Heilige im Jahr 1000 das Königreich Ungarn gründete, wurden auch deutsche Siedler ins Land gerufen. Sie sollten die dünn besiedelten Gebiete erschließen. Bekannt sind die Zipser und Siebenbürger Sachsen, deren Sprachinseln heute in der Slowakei und Siebenbürgen liegen. In Ungarn wurde die deutsche Volksgruppe generell als "Schwaben" bezeichnet. Die Herrscher versprachen unterschiedliche Privilegien wie Steuerfreiheit, die Erhaltung der Sprache oder Landbesitz - die Siedlungspolitik griff. Auch unter Kaiserin Maria Theresia migrierten Menschen aus der Monarchie nach Osteuropa. Heute befinden sich die größten Siedlungsgebiete der Ungarndeutschen in Südungarn, im Raum Budapest und im Westen. Sie sprechen Mischdialekte, die ursprünglich aus mittel- und süddeutschen Regionen kommen.

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