Ernst Herbeck

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Ö1 Kunstsonntag: Tonspuren

Herbecks bebende Herzen

Der Spalt. Ernst Herbecks Lyrik.

Ernst Herbeck, geboren 1920, war 45 Jahre lang Patient in einer niederösterreichischen Nervenklinik. Der Diagnose "Schizophrenie" waren Elektroschocks gefolgt. Später resümierte er: "meine Ältern waren an Allem Schuld." Aufgrund einer angeborenen, inoperablen Lippen-Kiefer-Gaumenspalte blieb Herbecks Sprechvermögen eingeschränkt. Sein Arzt, der Psychiater Leo Navratil, ermunterte ihn dazu, Gedichte zu schreiben. Während seiner Zeit in der Landesheil- und Pflegeanstalt Maria Gugging verfasste Herbeck mehr als 1.200 Texte. Viele lassen in sein Leben im unzulänglichen Elternhaus, in eine massive Verstörung blicken. Deviante Lyrik in betörend eigenmächtigen Bildern und Diskursen ist das Konzentrat eines nach medizinischen Gesichtspunkten kranken Daseins. In diesem Feature finden die Gedichte des Anstaltsinsassen Ernst Herbeck zurück zu Vater, Mutter und Kind, setzen sich Sprachsplitter auf die deformierte Welt Familie.

Feature von Philip Scheiner

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