Buch

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

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Feen, Frauen und Kinder

"Kai und die Liebe zu den Modellen". Von Barbara Frischmuth. Es liest Else Ludwig.

Amy ist eine moderne Frau, die sich nicht mehr in ein Zusammenleben drängen lässt, selbst wenn sie ein Kind hat. Auch Klemens findet, dass sie den Umständen gemäß recht gut miteinander leben. Die Umstände sind getrennte Wohnungen, ein gemeinsames Kind, das Amy versorgt, weil Klemens Karriere machen will. "Getrennte Wohnungen, dann hast du keine Scherereien, und das Herz ist geborgen", meint eine Freundin bewundernd. Aber ist das noch Liebe, was Amy und Klemens füreinander empfinden? Gibt es diese Geborgenheit? Amy findet, dass Männer wie Klemens sich nur geschickt darum herumschwindeln, Väter zu sein. Die Frauen lassen sich zu einer Art Stärke zwingen, die nicht nur aufreibend ist, sondern auch einsam macht. Immer öfter denkt sich Amy Modelle aus, wie man auf andere Weise miteinander leben könnte.

Mit "Kai und die Liebe zu den Modellen" (1979) findet Barbara Frischmuths Roman-Trilogie ihren Abschluss, die mit "Die Mystifikationen der Sophie Silber" (1976) begonnen und mit "Amy oder Die Metamorphose" (1978) fortgeführt worden war. "Feen und Geister, Frauen und Kinder. Es geht um die Frauen. Ihnen schafft Barbara Frischmuth eine sehr lebendige Mythologie." (Die Zeit)

Barbara Frischmuth wurde 1941 in Altaussee geboren, studierte Türkisch, Englisch und Ungarisch, später auch Iranistik und Islamkunde. Sie war 1962 - als einzige Frau - an der Gründung des Grazers "Forum Stadtpark" beteiligt. Ihr Debütband "Die Klosterschule" erschien 1968 und wurde von Kritik und Leserschaft gleichermaßen begeistert aufgenommen. Viele Romane und Erzählungen folgten und machten Barbara Frischmuth zu einer der namhaftesten österreichischen Autorinnen der Gegenwart. Ihr literarisches Werk wurde mehrfach ausgezeichnet.

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