Geldbörse und Münzen

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Dimensionen

"Die Spinne, die das gesellschaftliche Netz webt"

"Die Spinne, die das gesellschaftliche Netz webt"
Warum Geld politisch ist
Von Nikolaus Halmer

"Nach Gelde drängt, am Gelde hängt doch alles". Das abgewandelte Goethe-Zitat charakterisiert die universelle Herrschaft des Geldes, das laut dem Soziologen Georg Simmel "das gesellschaftliche Netz webt". Eine von vielen Interpretation. Der Wirtschaftssoziologe Aaron Sahr bezeichnet das Geldsystem als eine monetäre Maschine, die ständig neue Zahlungsfähigkeit schafft. Er kritisiert die Ideologie des unpolitischen Geldes, in der - wie bei Karl Marx - das Geld auf einen bloßen Tauschwert reduziert wird, der den Erwerb von verschiedenen Waren ermöglicht.

Diese sogenannte "Schleiertheorie" verliere an Überzeugungskraft, weil sie die Mechanismen der Geldschöpfung kaum berücksichtige. Soziologen wie Colin Crouch oder Wolfgang Streeck betonen hingegen den politischen Charakter des Geldes. Es sei Mittel eines Kampfes, der zwischen gesellschaftlichen Gruppen ausgetragen wird. Stellt sich die Frage: Wirkt kann sich die Herrschaft des Geldwesens auf die Destabilisierung demokratischer Institutionen auswirken?

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