Anarchiezeichen

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Radiogeschichten

Der Ö1 Essay von Eva Demsk

Der Ö1-Essay
Eva Demski: "Mein anarchistisches Album", Insel Verlag
Es liest Eva Mayer

Wer Anarchie sagt, meint Chaos. So haben wir es gelernt und ganz falsch ist das nicht, weil es durchaus passieren kann, dass die Ablehnung oder Bekämpfung eines Herrschaftssystems ein Machtvakuum zur Folge hat, in dem sich neue, andere, aber um nichts bessere Herrschaftssysteme entwickeln.
Wer Anarchismus sagt, meint eine ideologisch fundierte soziale und politische Utopie, meint das Ende von Herrschaft und Gewalt und meint aber eben doch nur eine Utopie, weil sie nicht nur ein Ende meint, sondern auch den Anfang einer Gesellschaft, die aus den Fehlern zu lernen imstande ist. Und da ist das Scheitern vorprogrammiert.

Die deutsche Schriftstellerin Eva Demski durchstreift in ihrem Buch "Mein anarchistisches Album" die Geschichte des Anarchismus - und sammelt dessen überraschenden Ausprägungen. Sie erinnert an Bakunin, Mühsam und Emma Goldman, erzählt von anarchistischen Uhrmachern des 19. Jahrhunderts, von fortschrittlichen Fürsten und Entdeckerinnen wie Isabelle Eberhardt und entdeckt fast vergessene Dichterinnen und Dichter. Aus Porträts, Ortsterminen, Alltagsbeobachtungen, Pamphleten und Liebeserklärungen ist so ein Album mit Momentaufnahmen aus vielen Epochen entstanden - und man staunt darüber, was man mit dem Buchstaben A alles anfangen kann.

Sendereihe

Gestaltung

  • Peter Zimmermann

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