Eis beim Kilimanjaro

MICHAEL WINKLER

Vom Leben der Natur

Eis rund um den Äquator (4)

Der Glaziologe Rainer Prinz erzählt vom Schwinden der tropischen Gletscher - von Südamerika über Afrika bis hin nach Indonesien.
Teil 4: Schnee auf dem Kilimandscharo

Wer an Tropen denkt, denkt meist an Sandstrände, Urwälder und angenehme Temperaturen - nur selten an Kälte oder gar Eis. Dabei gibt es selbst entlang des Äquators vergletscherte Gebiete: weit oben in den tropischen Hochgebirgen, auf Vulkanen und Bergplateaus. Über 99% der tropischen Gletscher befinden sich in den Anden in Südamerika. Der Rest im Sudirman Gebirge in Indonesien und in Ostafrika, wo nur drei Berge in ihren Gipfelregionen vergletschert sind: der Kilimandscharo, der Mount Kenia und der Ruwenzori.

Die gesamte Gletscherfläche der Tropen ist etwa gleich groß wie jene der europäischen Alpen. Aber sie unterscheiden sich deutlich von den heimischen Eisriesen: Sie sind an das spezielle Klimaregime angepasst, sehen anders aus und werden von anderen Mechanismen beherrscht. Allerdings ziehen sich auch die tropischen Gletscher in atemberaubendem Tempo zurück. Manche werden in wenigen Jahrzehnten verschwunden sein, mit unterschiedlichen Folgen für das Ökosystem, den Tourismus und die Wasserversorgung. Einher geht ein Verlust für die Wissenschaft: Tropische Gletscher speichern Informationen über die großräumige Atmosphären-Ozeandynamik und sind wertvolle Indikatoren des Klimawandels.

Der Glaziologe Rainer Prinz von der Universität Innsbruck erzählt von dem Eis entlang des Äquators und eröffnet einen Blick in eine ferne Gletscherwelt - mit einem Klimasignal für die Welt.

Service

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GESPRÄCHSPARTNER:
Rainer Prinz, PhD
Universität Innsbruck
Institut für Atmosphären- und Kryosphärenwissenschaften

Sendereihe

Gestaltung

  • Kim Shirin Cupal