Rebhuhn

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Vom Leben der Natur

Bedrohte Rebhühner (3)

Ein gefährdeter Feldvogel.
Die Wildbiologin Eva Maria Schöll über das Rebhuhn.
Teil 3: Dramatische Rückgänge

Tarnen statt wegfliegen oder weglaufen, das ist die natürlichen Überlebensstrategie des Rebhuhns. Sein überwiegend braungraues Gefieder macht den "Charaktervogel offener Feldflure" nahezu unsichtbar. Kopf und Hals sind eher rostrot. Der dunkelbraune Brustfleck ist bei den Männchen ("Hahnen" genannt) deutlicher ausgeprägt als bei den Weibchen (Hennen) und erinnert in seiner Form an ein Hufeisen.

Das Rebhuhn zählt zu den Hühnervögeln und wird etwa taubengroß. Charakteristisch sind auch sein kompakter Körper und die kurzen Flügel, die es als typischen Kurzstreckenflieger und Laufvogel auszeichnen. Typisch für Rebhühner als Hühnervögel sind auch ihre Rufe, die Balzlaute der Hähne. Mit weit hörbaren, schnalzenden Lauten locken sie die Weibchen zur Paarung und stecken gleichzeitig ihre Reviere ab. Zwischen den Hähnen kann es zu erbitterten Kämpfen mit sogar tödlichem Ausgang kommen. Wenn die Hahnen aber einmal eine Henne erobert haben, bleiben sie einander eine Brutsaison lang treu.

Nach der Paarung baut die Henne ein Bodennest und legt es mit Pflanzenteilen und Federn aus. Feldraine, Hecken und dichte Altgrasstreifen sind ideale Brutplätze. Durchschnittlich 15 Eier legt die Henne ins Nest, jeweils im Abstand von einem bis zu zwei Tagen. Erst wenn das Nest "vollständig" ist, beginnt die Henne mit dem Brüten. Aufgabe des Hahnes ist es, Fressfeinde vom Nest abzuhalten. Dazu simuliert der Hahn schon einmal einen gebrochenen Flügel, um zum Beispiel Füchse und Marder, aber auch Greifvögel von seinem Nachwuchs abzulenken.

Meist im Juli schlüpfen dann die ersten Küken. Sie sind Nestflüchter und ernähren sich in den ersten Lebenswochen zu 95% von tierischem Eiweiß insbesondere in Form von Würmern, Insekten, Spinnen und Weichtieren. Die Eltern helfen ihnen anfangs, Ameisenlarven auszugraben. Mit dem Alter und je nach Jahreszeit ändert sich der Speiseplan der Rebhühner: Erwachsene Tiere ernähren sich die meiste Zeit eher vegetarisch von Gräsern und Blättern, Samen, Knospen, Trieben und Getreidekörnern.

In den letzten Jahren sind die Bestände der Rebhühner in ganz Europa und auch in Österreich dramatisch zurückgegangen. Die moderne Landwirtschaft, der Einsatz von Herbiziden, Insektiziden und Fungiziden sowie die Rodung von Hecken haben den Lebensraum der Feldvögel schrumpfen lassen, beklagt Eva Maria Schöll vom Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der BOKU Wien. Doch sie erzählt auch von steigenden Beständen und was getan werden kann, um den Fortbestand dieser Vogelart zu gewährleisten.

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GESPRÄCHSPARTNERIN:
Dr. Eva Maria Schöll, MSc.
Universität für Bodenkultur Wien (BOKU)
Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft

Rebhuhn und Fasan in Agrarlandschaften

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