Mars, rote Oberfläche, Grafik

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Vom Leben der Natur

Die Erkundung des Mars (2)

Ein rostroter Wüstenplanet.
Der Geochemiker Christian Köberl über den Mars und seine Erforschung.
Teil 2: Spektakuläre Landschaften und ein rosa Himmel

Als Giovanni Schiaparelli im Jahre 1877 sein Teleskop auf den Mars richtete, sah er feine Linienstrukturen, die er als "Canali" bezeichnete. Was im Italienischen einfach "Rinne" bedeutet und keine Konstruktion impliziert, klang im Deutschen und Englischen nach Bewässerungssystemen intelligenter Marsbewohner. Das beflügelte die Fantasie, unzählige Romane wurden geschrieben, und mit den "Marsmännchen" entstanden die Vorfahren der heutigen Aliens.

Die vermeidliche Entdeckung hatte aber auch großen Einfluss auf die Erforschung unseres roten Nachbarplaneten. Die Frage nach "Leben auf dem Mars" nahm von da an eine zentrale Stellung ein, und daran hat sich bis heute wenig geändert. Als sich Mitte der 1960er Jahre die Weltraumtechnologie rasant entwickelte, wurde der Mars zu einem der wichtigsten Ziele der ersten Sonden. 1964 flog Mariner 4 in 10.000 Kilometer Entfernung am Mars vorbei, und funkte 22 Fotos zur Erde. Was man darauf sah, wurde zur großen Enttäuschung: eine mit Kratern übersäte Wüstenlandschaft, prinzipiell ein zweiter Mond.

In den nächsten zehn Jahren wurden noch zahlreiche Missionen zum Mars geschickt, die spektakuläre Bilder und wichtige Daten lieferten. Mit schwindender Hoffnung auf Lebensspuren schwand jedoch auch das Interesse am roten Planeten. Das sollte sich erst ändern, als 1996 in einem Marsmeteorit Strukturen entdeckt wurden, die als fossile Bakterien beschrieben wurden. Auch wenn diese Deutung von Anfang an umstritten war, sind seither wieder Missionen in großer Zahl zum Mars unterwegs. Die Entdeckung von Lebensspuren auf einem anderen Himmelskörper gehört zu den großen Zielen der Weltraumforschung. Der Mars hat diesbezüglich nicht nur eine lange Vorgeschichte, er ist auch das am leichtesten erreichbare Ziel, wo ein derartiger Durchbruch zumindest theoretisch denkbar ist.

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GESPRÄCHSPARTNER:
Univ.-Prof. Dr. Christian Köberl
Universität Wien
Department für Lithosphärenforschung

Sendereihe

Gestaltung

  • Thomas Thaler