Wassertropfen

PICTUREDESK.COM/DPA/SILAS STEIN

Moment

Die Ambivalenz des Details

Teuflisch. Nebensächlich. Entscheidend. Über den Umgang mit den wesentlichen Kleinigkeiten

Man kann sich darin verlieren. Angeblich steckt sogar der Teufel drin. Die unzähligen Redewendungen zeugen von seiner Bedeutung. In Verhandlungen und Verträgen ist es am Ende ausschlaggebend.

Das Detail ist das Gegenstück zum großen Ganzen, eine bloße Einzelheit. Oft wird es als etwas Unwesentliches abgetan, das man gar nicht erst beachten sollte. Doch was wäre Columbo ohne seine Verehrung für die vermeintlichen Nebensächlichkeiten?

Wer detailliert arbeitet, gilt als genau und gewissenhaft. Wer zu sehr auf die Einzelheiten fokussiert, als pedantisch, übergenau, kleinlich. Je länger und intensiver man sich mit einer Sache beschäftigt, desto eher läuft man Gefahr, das Wesentliche aus dem Blick zu verlieren.

Gleichzeitig kann der bewusste Blick aufs Detail - wie in der Makrofotografie - neue faszinierende Welten und Perspektiven eröffnen. Wie weit aber geht man ins Detail? Die Berichterstattung und die Schriftstellerei müssen sich mit dieser Frage permanent beschäftigen. Denn Details lenken ab, und nicht immer ist es zuträglich, eine Schreckenstat in allen Einzelheiten zu schildern.

Gestaltung: Georg Pöchhacker

Sendereihe