Wladimir Iljitsch Lenin

AP

Salzburger Nachtstudio

Lenin und sein Erbe

100 Jahre nach Lenins Tod

Als Wladimir Iljitsch Lenin am 21. Jänner 1924 starb, da hinterließ der bolschewistische Revolutionsführer als Erbe nicht nur die zwei Jahre junge Sowjetunion als vermeintliche Erfüllung kommunistischer Träume, sondern auch die Mittel und Methoden eines totalitären roten Terrorregimes. Als es 1989 zu zerfallen begann, war eine überwiegende Mehrheit der Menschen im ehemaligen Ostblock und im freien Westen froh, dass der reale Sozialismus in Europa zu Ende ging. Es folgte eine massive Aufarbeitung dieser Ära und die Forschungen des französischen Ex-Maoisten und Historikers Stéphane Courtois ("Schwarzbuch des Kommunismus" 1997) wiesen nach, dass Massenmord und andere Gräueltaten nicht erst unter Stalin, sondern bereits unter Lenin begonnen hatten. So manche stört(e) das nicht: So ist Lenin heutzutage eine der (widersprüchlichen) Leitfiguren des Putin-Regimes.

Und auch einige linke Intellektuelle im Westen können sich bis heute nicht von ihrer Lenin-Nostalgie lösen. Woher kommt diese Anhänglichkeit und wie wirkt sie sich auf die politischen Eliten der Gegenwart aus? Spielt der Marxismus-Leninismus jenseits von radikalen Parteien und extremistischen Zirkeln wieder eine Rolle in Europa?

Der Berliner Gewaltforscher und Kommunismusexperte Jörg Baberowski analysiert im Gespräch mit Martin Haidinger das Gespenst Lenin und sein Erbe 100 Jahre nach dessen Tod.

Sendereihe

Gestaltung