Daniel Kahnemann

PICTUREDESK.COM/EYEVINE/NICK CUNARD

Radiokolleg

Wie wir Entscheidungen treffen (4)

Was unser Urteil trübt

In der Unternehmenswelt aber auch in der Politik geht es oft darum, schnelle Entscheidungen zu treffen. Die Digitalisierung beschleunigt den Prozess. Die Anforderung, dass wir in kniffligen Situationen Ruhe bewahren und mit Kalkül Entscheidungen treffen, wird immer größer. Dabei sind wir von einer Menge an potenziellen Störfaktoren beeinflusst. Unsere Entscheidungsfindung scheint dann einem Zufälligkeitsfaktor zu unterliegen. Das führt bei Fehlern zu hohen Kosten für die Wirtschaft. Nicht nur kognitive Verzerrungen ("Biases") sondern auch eine unerwünschte Streuung in unseren Entscheidungen trübt das Urteil. Von Daniel Kahneman und seinen Co-Autoren Olivier Sibony und Cass R. Sunstein wird diese Streuung "Noise" (Rauschen) genannt. Menschen entscheiden selektiv, beziehen sich auf Gruppenzugehörigkeit oder Erfahrung. Die Forscher konnten unter anderem feststellen, dass Richter zu unterschiedlichen Tageszeiten unterschiedliche Urteile fällen. Ärzte zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Operationserfolge verzeichnen. Teils tragische und dennoch allzu menschliche Einflussfaktoren sind Hunger oder Müdigkeit. Wie kann Noise reduziert werden und sind Maschinen am Ende doch die besseren und fehlerfreieren Entscheider als wir Menschen? Till Koeppel beschäftigt sich im letzten Teil dieses Radiokollegs mit den Grenzen der menschlichen Urteilsfähigkeit und mit dem Einfluss von Daniel Kahnemans Forschungen auf unsere Zukunft.

Service

Radiokolleg-Podcast

Sendereihe

Gestaltung

  • Till Köppel