Sound Art: Zeit-Ton

Dirty Sounds in Reinkultur mit dem Ensemble Phace

Phace im Wiener Konzerthaus: Eröffnung des Zyklus "Limina" mit Musik von Emre Sihan Kaleli, Alexander Kaiser und Fausto Romitelli

Wie hieß noch schnell diese Rockband? Das Cover eines ihrer Plattenalben, mittlerweile 51 Jahre alt, ist jedenfalls ins kollektive Gedächtnis eingegangen und wird längst in unzähligen Memes zitiert und abgewandelt: Ein Lichtstrahl fällt auf ein Prisma und fächert sich beim Austritt in die Farben des Regenbogens auf.

Am Dienstag, 9. Jänner 2024 hat das Ensemble Phace unter der Leitung von Nacho de Paz seinen Konzertzyklus im Berio-Saal des Wiener Konzerthauses begonnen, der diesmal "Limina" ("Schwellen") betitelt ist. Dabei spielen sozusagen subliminal, also unterschwellig auch die dunklen Seiten des Mondes und überhaupt des Daseins eine wichtige Rolle. Zum Beispiel bei Alexander Kaiser und seinem Sextett (2014/16), in dem die "heile-Welt-Versprechungen durch flächendeckende Überwachung der Kommunikation in der westlichen Hemisphäre" abgehandelt wird, wie das Ensemble es beschreibt: "Musikalisch kann das Stück als Transformierung der Energie verstanden werden, wobei sich vielfältige Einflüsse aus Jazz, Punk und elektronischer Musik zu einer rhythmisch prononcierten Klangfläche verwachsen." Aber auch in der Uraufführung dieses Abends, "A Dark Light / A Black Sun" für Ensemble und Elektronik, komponiert von Emre Sihan Kaleli im Auftrag des Ensembles Phace.

Hinzu tritt "Professor Bad Trip", ein berühmtes Werk eines früh verstorbenen Pioniers der kreativen Vermischung dessen, was traditionell in musikalische "Hoch-" und "Subkultur" geschieden wurde. Aber Fausto Romitelli (1963-2004) scherte sich eben einen Dreck um den angeblichen Unterschied zwischen Karlheinz Stockhausen und Sonic Youth, zwischen Gérard Grisey und Aphex Twin. Oder auch - ach ja, klar: Pink Floyd.

Sendereihe

Gestaltung

  • Walter Weidringer