Passagen

Von der Kunst zu helfen

Aus dem RadioKulturhaus Wien
Im Zeit-Raum: Wie helfen wir hilfreich? - Johannes Kaup im Gespräch mit Markus Fellinger

Dass Menschen einander helfen, zeichnet ihre Menschlichkeit aus. Wir alle sind im Leben auf Hilfe angewiesen und helfen unsererseits anderen. Der Impuls zu helfen ist offenbar tief in uns angelegt.

Tatsächlich ist Helfen zugleich ein hochkomplexes Beziehungsgeschehen. Denn es ereignet sich im Spannungsfeld zwischen der uneigennützigen Unterstützung eines anderen aus dem Bewusstsein der gemeinschaftlichen Verbundenheit einerseits und dem unbewussten oder auch kalkulierten Streben nach Geltung und Macht andererseits. Das betrifft nicht nur die persönliche Ebene. Auch das Helfen in sozialen Strukturen im Kontext von Krankenbehandlung, Pflege, Sozialarbeit, Gefangenenseelsorge, Bewährungshilfe, Beratung und Psychotherapie braucht eine profunde kritische Reflexion. Welche Beziehungsstrukturen und Kommunikationsformen sind hilfreich und welche bewirken das Gegenteil?

Das Helfen steht also immer in Gefahr, zu Verstrickungen zu führen und nicht "hilfreich" zu werden. Es ist nicht fraglos "gut". Ob unsere Hilfe förderlich war, ob "es hilft", hängt von vielen Faktoren ab und muss erst evaluiert werden - und zwar von Seiten der Person, die Hilfe empfangen hat. Sie allein kann es, im Sinne eines Feedbacks, beurteilen.

Ob im privaten oder im beruflichen Umfeld: Damit Hilfe tatsächlich hilfreich wird, lohnt es sich, tiefer darüber nachzudenken.

Markus Fellinger ist als evangelischer Pfarrer in der Gefängnisseelsorge in verschiedenen Haftanstalten Ober- und Niederösterreichs tätig. Der studierte Theologe ist diplomierter Lebensberater, Trainer und Supervisor und hat zuletzt das Buch "Hilfreich helfen" (Tyrolia Verlag) verfasst.

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