Aufräumarbeiten, 1945

PICTUREDESK.COM/ÖNB-BILDARCHIV/FRANZ BLAHA

Radiokolleg Spezial

Wie Österreich neu formiert wurde (2)

Nationbuilding im Alltag

Was war die Rolle der Frauen im Prozess des Nationbuildings? Welcher Mythos steckt hinter den Trümmerfrauen? Welche Traumata bewegen die Nachkriegsgesellschaft und wirken bis heute? In Österreich herrschten nach 1945 Chaos und Elend, Flüchtlingsströme und Vertriebene bewegten sich durchs Land. In der zweiten Folge beleuchtet das Radiokolleg den beschwerlichen Alltag im neu entstehenden Österreich.

Dabei gewesen
Wie ging es den Menschen, die in der Stadt - oft tagelang in Luftschutzkellern - ausgeharrt hatten, in den ersten Tagen und Monaten nach dem Krieg? Franz Weich (Jg. 1932) und Annie Weich (Jg. 1937), Herbert Grünwald (Jg. 1931) und andere noch lebende Zeitzeugen erinnern sich.
Gestaltung: Sabine Nikolay

Mythos Trümmerfrauen?
Sie waren mit Schaufeln tatkräftig am Werk: die Trümmerfrauen wurden zu einem Sinnbild des Optimismus und des Neuanfangs. War das bloß eine inszenierte Medienkampagne unfreiwilliger Helferinnen? Viele Nationalsozialistinnen wurden tatsächlich zwangsverpflichtet - und nach Klagen 1951 und später noch einmal 2005 für ihre Arbeit entschädigt.
Gestaltung: Ulrike Schmitzer, Kathrin Schedler

Kriegstraumata - Folgen der Gewalt
Noch viele Jahre nach Kriegsende kehrten Menschen nach Österreich zurück: Soldaten aus der Gefangenschaft, Shoah-Überlebende oder politisch Verfolgte.
Sie fanden ein anderes Land vor als jenes, das sie verlassen hatten. Die Familienkonstellationen hatten sich häufig verändert, die physischen wie psychischen
Wunden erschwerten den Wiederanfang und belasteten die Familien über Generationen.
Gestaltung: Ute Maurnböck

Knotenpunkt für Flüchtlinge, Vertriebene und Displaced Persons
1945 befinden sich mehr als 1,5 Millionen Flüchtlinge, Vertriebene und Displaced Persons in Österreich. Darunter sind ehemalige Zwangs- und Fremdarbeiter, Kriegsgefangene aus Ost- und Westeuropa sowie sogenannte Volksdeutsche, ehemalige Wehrmachtsangehörige und umgesiedelte Menschen aus Südtirol. Nur eine geringe Anzahl gehört zu den Überlebenden der Konzentrations- und Arbeitslager. Ihre Versorgung und Unterbringung wird eine humanitäre Belastungsprobe für das von Zerstörung und Versorgungsengpässen gekennzeichnete Land.
Gestaltung: Barbara Volfing

Zwischen Schwarzmarkt und Drittem Mann
Mag auch der Film "Der Ditte Mann" ein Fiction-Drama sein, so bildet er doch die Verhältnisse im Wien der späten 40er Jahre gut ab. Schleichhandel und Schwarzmarkt blühten. So manche biederen Bürger wurden so zu Angehörigen einer Halbwelt.
Gestaltung: Martin Haidinger

Service

Radiokolleg-Podcast

Sendereihe

Übersicht