Betrifft: Geschichte

Die großen Vier und Österreich

Im Spannungsfeld von Befreiung und Besatzung
mit: Oliver Rathkolb, Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien

Während am 27. April 1945 in Wien bereits die Unabhängigkeit Österreichs durch die provisorische Staatsregierung ausgerufen wurde, gingen die Kriegshandlungen in westlichen und südlichen Teilen Österreichs bis Anfang Mai weiter. Die bedingungslose Kapitulation des Deutschen Reiches trat am 8. Mai in Kraft und beendete den Zweiten Weltkrieg in Europa. Nach der Befreiung Österreichs von der NS-Terrorherrschaft ging die staatliche Kontrolle auf die vier Siegermächte USA, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion über und wurde im Ersten und im Zweiten Kontrollabkommen geregelt. Mit dem Memorandum des Alliierten Rates vom 20. Oktober 1945 erkannten die Alliierten die provisorische österreichische Regierung unter Karl Renner an. Eine zentrale Aufgabe der Alliierten Kommission bestand zunächst darin, die ersten demokratischen Nationalratswahlen in Österreich nach dem Niedergang des NS-Regimes zu gewährleisten. Diese fanden am 25. November 1945 statt. Schrittweise wurde in den nächsten Jahren das Kontrollsystem der Alliierten abgebaut. Bis zur Unterzeichnung des österreichischen Staatsvertrages am 15. Mai 1955, der am 27. Juli desselben Jahres in Kraft trat, blieb Österreich in vier Besatzungszonen aufgeteilt, wobei in Wien allein vier Sektoren und eine interalliierte Zone bestanden. Vor allem in der ersten Zeit wurden die Zonengrenzen streng überwacht, so mussten Identitätsausweis und Reiseerlaubnis beim Übertritt vorgewiesen werden. Die Bevölkerung erlebte die Zeit der alliierten Verwaltung zwischen Ost und West unterschiedlich.

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  • Rosemarie Burgstaller