APA-IMAGES/EYEVINE/ESA
Vom Leben der Natur
Strahlung aus dem Weltraum
Der Teilchenphysiker Emmerich Kneringer spricht über die Bedeutung der Höhenstrahlung für die Wissenschaft.
Teil 5: Wie ein Regenschauer aus Elementarteilchen.
5. Dezember 2025, 08:55
Am Innsbrucker Hafelekar befindet sich auf rund 2.300 m Seehöhe ein historisches Observatorium für die sogenannte Höhenstrahlung: die Victor-Franz-Hess-Messstation.
Die Höhe ist bedeutsam, weil man ursprünglich glaubte, dass der Ursprung der gemessenen Strahlung am Boden liege - also in radioaktiven Elementen im Erdreich - die mit steigender Höhe abnehmen müsste. Das Gegenteil war der Fall. Der österreichische Physiker Victor Franz Hess erforschte die Strahlung mit einem Ballon und erkannte, dass die Herkunft der Strahlung außerhalb der Erde liegt. In Innsbruck wurde ein Observatorium errichtet, um diese Strahlung zu messen.
Für die Entdeckung der sogenannten Höhenstrahlung erhielt Hess im Jahr 1936 gemeinsam mit Carl David Anderson - dem Entdecker des Positrons - den Nobelpreis für Physik für jene Arbeiten, die 1912 in Wien zur Entdeckung der kosmischen Strahlung geführt hatten. Victor Franz Hess musste danach in die USA emigrieren, weil er den Nationalsozialismus nicht unterstützte.
Heute ist das Victor-Franz-Hess-Observatorium ein Museum, das auch von Touristinnen und Touristen besucht werden kann.
Gestaltung: Lothar Bodingbauer
Service
Gesprächspartner:
ao. Univ.-Prof. Dr. Emmerich Kneringer Experimentelle Teilchenphysik, Universität Innsbruck
Teilchenphysikexperiment am CERN, der Europäischen Organisation für Kernforschung in Genf
Podcast abonnieren
