Zwischenruf

Was das Leben ausmacht

von Karin Weiler, Schwester der Caritas Socialis, Bereichsleitung Werte, Sozial Pastorale Dienste und Ehrenamt

Am Beginn des neuen Jahres, bevor es mit den Herausforderungen so richtig losgeht - in diesem Zwischenraum also - nutze ich gerne die Zeit, darüber nachzudenken, was das Leben eigentlich ausmacht.

Und da kommt mir Eduard Spörk in den Sinn. Dieses Jahr wird das erste ohne Edi sein, dessen Leben in so vielen Facetten ein wertvoller Beitrag für viele war. Da ist zunächst das Kind Edi, in Übersbach geboren, der - wie er in seinem Buch "Franzosenkind - Meine Suche nach dem unbekannten Vater" beschreibt, ganz schlechte Startvoraussetzungen hatte. Edi war der Sohn eines französischen Kriegsgefangenen, was 1943 eine gefährliche Situation darstellte. Seinen Vater hat er nie kennengelernt, in der Schule wird er "Franzosenkind" genannt, dadurch wird ihm diese Seite seiner Geschichte bewusst. Ein Leben lang wird er seinen Vater suchen, die französische Familie erst nach dessen Tod finden und die neuen Beziehungen mit Freude pflegen.

Edi war ein Familienmensch. Durch die Freundschaft mit Sr. Hildegard Teuschl lernte er die Caritas Socialis und ihre Gründerin Hildegard Burjan kennen und lieben. Er war Geschäftsführer der CS GmbHs, später Stiftungsvorstand. Pionierhaft im Ordensbereich sorgte er für stabile finanzielle Grundlagen, um den Fortbestand und die Weiterentwicklung der Einrichtungen zu garantieren. Dabei war die Zusammenarbeit mit der Stadt Wien, dem Fonds Soziales Wien entscheidend. Edi war ein Mann mit Handschlagqualität und wurde zum Geschäftsführer des Dachverbandes Wiener Sozialeinrichtungen berufen.

Und er hat Pionierarbeit in der Begleitung kranker Menschen geleistet. Gemeinsam mit einer Gruppe um Sr. Hildegard Teuschl begründete er die Hospizbewegung in Wien und hat damit die Entwicklung in Österreich maßgeblich beeinflusst, zunächst als mobiles Palliativteam, dann mit der Gründung des CS Hospiz Rennweg. "Die Hospizidee hat viele Mütter und Väter" titelt ein Buch über diese Pioniergeschichte.

Ich habe Edi in einer Gruppe, in der er sich viele Jahre mit dem Grundgedanken der CS auseinandersetzte, als tief reflektierten, gebildeten, spirituellen, bis zuletzt suchenden Menschen erlebt. Ein Menschenleben, das mir sagt: Bleib nicht hängen an dem, was dir das Leben Schweres aufgibt, stell dich den Herausforderungen. Nutze die Gaben. Jeder Mensch ist ein kleiner und doch entscheidender Beitrag für die Welt.

Gerade in Phasen der Unsicherheit und der Krise finde ich es wichtig, die Hoffnung nicht zu verlieren. Und dort tätig zu werden, wo man die richtige Person am richtigen Platz ist. Ob es kleine oder große Aufgaben sind, die man vollbringt. Es geht darum, sich einzubringen - und im jeweils eigenen Bereich Gesellschaft zu gestalten.

Sendereihe

Gestaltung

Playlist

Komponist/Komponistin: Johann Sebastian Bach
Bearbeiter/Bearbeiterin: Bela Fleck
Bearbeiter/Bearbeiterin: Edgar Meyer
Album: MUSIC FOR TWO - BELA FLECK & EDGAR MEYER
Titel: Menuett I-II aus der Partita für Klavier Nr.1 in B-Dur BWV 825 / Bearbeitung für Banjo und Kontrabaß
Solist/Solistin: Bela Fleck /Banjo
Solist/Solistin: Edgar Meyer /Kontrabaß
Länge: 02:11 min
Label: Sony Classical SK 92106

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