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Vom Leben der Natur
Grenzen in der Unendlichkeit
Die Astronomin Ruth Grützbauch spricht über die Lichtgeschwindigkeit im Weltall, die wie ein Faden zwischen Raum und Zeit wirkt.
12. Jänner 2026, 08:55
Eine Schwelle im Universum stellt ein Gleichgewicht dar. Wenn zum Beispiel der Einfluss der Sonne mit dem Einfluss des interstellaren Raums im Gleichgewicht steht - also dort, wo sich die Teilchendichten angleichen - dann spricht man von einer Übergangszone. Dort befindet sich die Grenze unseres Sonnensystems. Genau genommen handelt es sich aber eher um eine Schwelle: Denn es geht weiter, bis man irgendwann, in etwa 4,2 bis 4,5 Lichtjahren Entfernung, beim nächsten Stern ankommt - bei Proxima Centauri.
Eine klare Grenze hingegen ist die Lichtgeschwindigkeit. Nichts kann sich schneller als das Licht im Vakuum ausbreiten - weder Materie noch Information. Diese Grenze ist unabhängig vom Beobachter und stellt eine fundamentale Schranke in unserem Universum dar.
Warum das so ist, möchte die Astronomie nur ungern beantworten, auch wenn die Frage nach dem "Warum" häufig gestellt wird. Beobachtungen werden in Modelle übersetzt, die beschreiben, wie sich Naturphänomene verhalten. Diese Modelle können das "Warum" manchmal andeuten, liefern aber vor allem überprüfbare Aussagen über das "Wie".
Wer beim Blick ins Große dann ins Kleine schaut, kommt am Ende eines Sternes nicht vorbei. Am Ende der Lebenszeit eines Sterns halten sich Strahlungsdruck und Gravitationskraft nicht mehr die Waage: Der nukleare Brennstoff ist aufgebraucht, und die Gravitation gewinnt die Oberhand. Der Stern kollabiert. Je nach Masse endet dieser Prozess als Weißer Zwerg oder - bei besonders großer Masse - als Schwarzes Loch. Der sogenannte Schwarzschildradius bezeichnet dann jene Grenze um ein Schwarzes Loch, ab der nichts mehr entkommen kann, nicht einmal Licht. Jenseits dieses Punktes verlieren unsere bekannten physikalischen Beschreibungen ihre Gültigkeit - zumindest nach heutigem Kenntnisstand.
Gestaltung: Lothar Bodingbauer
Service
Gesprächspartnerin:
Dr.in Ruth Grützbauch
Astronomin und Wissenschaftsvermittlerin
Initiatorin und Leiterin des Projekts "Public Space/Pop-Up-Planetarium"
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