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GANNA: Utopie für die Ukraine
Musik aus allen Richtungen mit Mirjam Jessa. Das aktuelle Album "Utopia" von GANNA und ein 50 Jahre währender Schallplattenmoment, Keith Jarretts "The Köln Concert"
14. Jänner 2026, 17:30
1989 in der Ukraine geboren, kam Ganna im Alter von 13 Jahren mit ihren Eltern nach Deutschland. Sie lebt in und zwischen zwei Kulturen. Doch die ukrainische Kultur ist durch die russische Aggression und den Angriffskrieg existentiell bedroht. Daher versucht GANNA seit vielen Jahren mir ihren Mitteln, diese Kultur zu stärken, lebendig zu erhalten, Bewusstsein zu schaffen und sie neu zu interpretieren.
Ihr aktuelles Album hat sie "Utopia" genannt, weil - so Ganna Gryniva - ".Hoffnung manchmal das Einzige ist, was uns antreibt. Die ukrainischen Volkslieder gehören zu meiner Utopie. Ein Raum für mein Land und um meine Kultur sichtbar zu machen." Doch auf "Utopia" treibt GANNA ihre klanglichen Experimente in neue Sphären mit großzügigem Einsatz von Synthesizern und Loops und mit verschiedenen Gastmusikern wie dem international gefragten Trompeten-Ass Ambrose Akinmusire.
Ganna Gryniva: "Ich liebe es, Neues zu entdecken. Es ist eine völlig neue Klangwelt, die ebenso aus der Folklore wie aus dem Jazz schöpft. Ich muss meine eigene musikalische Sprache finden - mal verträumt, mal tanzbar. Ich erlaube mir völlige Freiheit und nutze, was für jedes Stück am besten passt."
Wir erinnern aber auch an das 50-jährige Jubiläum der Veröffentlichung einer bahnbrechenden Aufnahme, die seither Kultstatus erreicht und diesen bis heute nicht eingebüßt hat. Kaum eine Live-Einspielung in irgendeinem Genre wurde so gefeiert - und so häufig verkauft - wie diese: "The Köln Concert", das ikonische improvisierte Solokonzert, das Keith Jarrett am 24. Jänner 1975 in Köln gegeben hat. Wie widrig, dramatisch und im Rückblick auch kurios die Umstände waren, unter denen dieses Konzert und sein Mitschnitt zustande kamen, zeigt der gelungene Kinospielfilm "Köln 75" (2025). Aktuell gibt es eine Luxus-Edition als Vinyl-Doppelalbum.
