KLAUS PICHLER
Lebenskunst - Begegnungen am Sonntagmorgen
Von der Pflicht zur Zuversicht
Wie umgehen mit der Sünde der Welt - Aspekte der Bibel +++ Zum Tag des Judentums - Gedanken von Klaus Einspieler und Michael Kapeller +++ Es gibt die Pflicht zur Zuversicht - Sr. Dominika Zelent und ihre Arbeit im Westjordanland +++ "Vienna Hay" - Armenierinnen und Armenier in Wien
18. Jänner 2026, 07:05
Wie umgehen mit der Sünde der Welt - Aspekte der Bibel
(Johannes 1,29-34)
"Seht, das Lamm Gottes" lässt der Autor des Johannesevangeliums den jüdischen Bußprediger Johannes aussprechen, als er Jesus trifft. Johannes der Täufer stand in einer Reihe jüdischer Propheten, die zur Umkehr mahnten. Und er verband diese mit einem Ritual des Untertauchens und damit Abwaschens von Schuld im Jordan-Fluss - sowie der Ankündigung, dass nach ihm ein "Stärkerer" kommen werde.
"Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt" - dieses Bekenntnis bewegt die katholische Theologin und Religionssoziologin Regina Polak gerade in diesen Tagen. Seit Kurzem ist die Universitätsprofessorin auch Präsidentin des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit. "Hass, Gewalt und Krieg lassen mich die Last der Sünde der Welt bedrückend spüren", bekennt sie, "also eine Gottferne, die, wie ich glaube, ohne Gottes Hilfe nicht zu heilen ist".
Zum Tag des Judentums - Gedanken von Klaus Einspieler und Michael Kapeller
Damit Christinnen und Christen immer deutlicher bewusst wird, dass ihre Religion von ihrem Selbstverständnis her wesentlich mit dem Judentum verbunden ist, hat der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich den 17. Jänner als eigenen Gedenktag im Kirchenjahr eingeführt, als "Tag des Judentums". Dabei soll in besonderer Weise der Wurzeln in und der Weggemeinschaft mit dem Judentum gedacht werden.
Die beiden katholischen Theologen Klaus Einspieler und Michael Kapeller aus Kärnten haben es sich in dem Zusammenhang zur Aufgabe gemacht, Judenfeindliches in Kunstwerken Kärntner Kirchen zu entlarven. Zuletzt haben sie sich der Pfarrkirche von Maria Gail gewidmet, deren Geschichte ins 12. Jahrhundert zurückreicht.
Es gibt die Pflicht zur Zuversicht - Sr. Dominika Zelent und ihre Arbeit im Westjordanland
"Beit Emmaus": Der Name ist sowohl Hebräisch als auch Arabisch und bedeutet "Haus Emmaus"; die Sprachen, die in dem Haus gesprochen werden, sind Englisch und Arabisch. Es ist ein Pflegeheim für teils behinderte und ältere palästinensische Frauen christlicher sowie muslimischer Religion, das sich im Westjordanland befindet. Jerusalem ist nur zwölf Kilometer entfernt, aber durch eine hohe Mauer, Stacheldraht und Checkpoints getrennt. Die Leiterin des Hauses, die katholische Ordensfrau Schwester Dominika Zelent, hat Englische Literatur und Soziale Arbeit studiert. Vor Kurzem war die 53-Jährige in Wien und hat Maria Harmer von ihrer tagtäglichen Arbeit erzählt - und auch, woraus sie als Salvatorianerin Kraft schöpft.
"Vienna Hay" - Armenierinnen und Armenier in Wien
Zweimal wurde in Bethlehem bereits Weihnachten gefeiert. Nun steht dem "Geburtsort Jesu" noch ein drittes Weihnachtsfest bevor: Am 18./19. Jänner begehen die armenischen Christinnen und Christen im "Heiligen Land" das Fest der Geburt von Jesus Christus. Die Armenische Kirche feiert dies gemeinsam mit Epiphanie am 6. Jänner, wobei das Fest schon am Abend des 5. Jänner beginnt. Diese Praxis führt bis in die ersten Jahrhunderte des Christentums zurück. Im Armenischen Patriarchat von Jerusalem wird aber nicht, wie sonst in der Armenischen Kirche inzwischen üblich, der Gregorianische Kalender verwendet, sondern der Julianische. Deshalb wird im Patriarchat Weihnachten 13 Tage später, eben am 18./19. Jänner, gefeiert.
Armenierinnen und Armeniern in Wien, den sogenannten "Vienna Hay", ist derzeit eine Ausstellung im Wien Museum gewidmet, die noch bis 8. Februar zu besichtigen ist. Die Wiener armenische Community gehört zu den ältesten der Stadt und reicht ins 16. Jahrhundert zurück. 1685 dann hat Johannes Diodato, ein aus Istanbul kommender Armenier, das erste Privileg für öffentlichen Ausschank von Kaffee erhalten und gilt damit als Begründer der Wiener Kaffeehauskultur. Nina Goldmann hat sich die Ausstellung "Vienna Hay" für Lebenskunst angesehen.
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Ausstellung Wien-Museum
