Vom Leben der Natur

Ein Spiegel der Gesellschaft

Die Gletscherökologin Birgit Sattler spricht über die Faszination des Menschen für das Eis.

Eis ist wie ein dickes Buch, in dem man blättern kann, sagt die Gletscher- und Polarforscherin Birgit Sattler. Alles, was die Menschheit an Emissionen verursacht, wird im Eis gespeichert. Schmilzt das Eis, werden Mikroplastik und Umweltgifte wieder ins Tal geschwemmt.

Eis ist mehr als gefrorenes Wasser, es ist ein lebendiges Ökosystem. Spezielle Bakterien, Viren und Pilze haben sich perfekt an das Leben im Eis angepasst; sind an den Zyklus aus Einfrieren und Auftauen gewöhnt. Um dieses Ökosystem zu erforschen, reisen Forscherinnen und Forscher immer wieder in Polarregionen und hinterlassen dort auch Spuren. Equipment geht verloren, Müll wird zurückgelassen. Es ist kein neues Phänomen. Auf Ross Island in der Antarktis stehen noch die historischen Hütten von den britischen Südpolforschern Robert Falcon Scott und Ernest Shackleton - voll mit Relikten ihrer Expeditionen Anfang des 20. Jahrhunderts: Konservendosen, Kleidung, Werkzeug.

Nicht nur in Polar-, auch alpinen Hochgebirgsregionen sind Überbleibsel ein großes Problem. Skistockteller, Schillinge oder Plastikfasern von Skibekleidung findet man auf Gletschern. Auch die Vliese, mit denen die Gletscher im Sommer abgedeckt werden, hinterlassen Mikroplastik im Eis. Gemeinsam mit ihrem Team arbeitet Birgit Sattler an umweltfreundlichen Alternativen und mehr Problembewusstsein am Berg.

Service

Gesprächspartnerin:
Mag.a Dr.in Priv.-Dozentin Birgit Sattler
Birgit Sattler
Österreichisches Institut für Polarforschung
Institut für Ökologie, Universität Innsbruck
Müll in Hochgebirgsregionen

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