APA/AFP/INA FASSBENDER
Im Fokus - Religion und Ethik
Gewissen gegen Hitler
Aktuell im Fokus: Ukraine-Flüchtlinge in Pfarren statt im Notquartier Schlossberg +++ Vor der Weihe: Erzbischof Josef Grünwidl über Amtsverständnis +++ Thema im Fokus: Jehovas Zeugen im KZ - Gewissen gegen Hitler +++ Serie: Iconic - Die Bildercodes der Religionen +++ Moderation: Konstantin Obermayr
21. Jänner 2026, 16:05
Aktuell im Fokus: Ukraine-Flüchtlinge in Pfarren statt im Notquartier Schlossberg
Der Aufnahmestopp des Erstaufnahmezentrums in Hietzing hat für Aufregung gesorgt. Im Notquartier Schlossberg fanden aus der Ukraine gekommene Menschen bis zum 8. Jänner 2026 eine erste Unterkunft, Beratung und weitere Hilfe. Noch immer kommen laut Fonds Soziales Wien 40 bis 80 Ukrainerinnen und Ukrainer pro Woche nach Österreich. Sie suchen eine Anlaufstelle und brauchen eine Unterkunft, bis sie eine eigene Wohnung gefunden haben. Um dem Notstand entgegenzuwirken, geben ab sofort Wiener Pfarren in Zusammenarbeit mit der Caritas geflüchteten Menschen aus der Ukraine vorübergehend ein Notquartier. Den Auftakt macht die Teilgemeinde Kaasgraben in der Pfarre Franz von Sales in Döbling. Wie geht es nun weiter für die Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine flüchten müssen und wie geht es jenen, die sich in Österreich bereits eingelebt haben? Eine Reportage von Marlene Iser und Judith Fürst.
Vor der Weihe: Erzbischof Josef Grünwidl über Amtsverständnis
Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Am Samstag werden rund 3000 Menschen im Stephansdom und viele weitere über ORF2 dabei sein, wenn der gebürtige Weinviertler Josef Grünwidl geweiht und in sein Amt als 33. Wiener Erzbischof eingeführt wird. Wie er dieses Amt anlegen möchte, welche Herausforderungen er sieht und welche Schwerpunkte er setzen möchte, dazu nimmt der künftige Erzbischof schon am Mittwochvormittag in einem Pressegespräch in der Barbara-Kapelle des Wiener Stephansdoms Stellung. Bericht: Alexandra Mantler und Konstantin Obermayr
Thema im Fokus: Jehovas Zeugen im KZ - Gewissen gegen Hitler
Sie verweigerten den Hitlergruß, den Wehrdienst und jede Unterstützung der nationalsozialistischen Ideologie - ein Widerstand, der sie ihr Leben kosten konnte. Jehovas Zeugen gehörten einer religiösen Gemeinschaft an, die konsequent und auf organisierte Weise gegen das nationalsozialistische Regime Stellung bezog. Was zu massiven Repressionen führte: Viele "Zeuginnen" und "Zeugen" erlebten während der Zeit des Nationalsozialismus schwere Verfolgung. Trotz Verboten und Inhaftierungen hielten sie an ihrem Glauben fest und setzten sich für ihre Überzeugungen ein. Viele Mitglieder der Religionsgemeinschaft wurden in Konzentrationslager gebracht, unter anderen nach Mauthausen, und unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten. Die damals so genannten "Bibelforscher" erhielten ein lila Dreieck zur Kennzeichnung, den "Lila Winkel".
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Ausmaß der Verfolgung bekannt: Insgesamt wurden etwa 11.300 Menschen inhaftiert, von denen 1.490 nicht überlebten. Die Geschichten von einzelnen Gläubigen sowie der gesamten Glaubensgemeinschaft werfen ethische Fragen auf: Wie steht es in einer Gesellschaft um Toleranz, wie stark kann Gruppenzwang sein, was heißt persönliche Verantwortung und Achtung vor dem Leben und wer kann der Stimme seines/ihres Gewissens vertrauen? Amelie Sztatecsny und Kerstin Tretina rücken im Vorfeld des Internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am 27. Jänner die Geschichten oftmals wenig bekannter Opfer des Nationalsozialismus in den Fokus.
Serie: Iconic - Die Bildercodes der Religionen
Religion und Kunst oder auch Popkultur sind oft miteinander verwoben. "Im Fokus" geht diese Woche der Frage nach, ob Zeichnen im Islam tatsächlich "haram", also verboten ist - so wie es manche islamistische Influencer online predigen. Wie steht der Islam zu Darstellungen und Bildern? Der Imam und Islampädagoge Ramazan Demir sagt, das Bilderverbot gelte ganz klar nur im Raum der Moschee. Ein allgemeines Verbot, Menschen oder Tiere zu zeichnen oder malen, gibt es im Islam nicht. Lukas Wagner hat recherchiert.
Sendereihe
Gestaltung
- Konstantin Obermayr
