GEMEINFREI
Im Fokus - Religion und Ethik
Zwischen Kreuz und Courage
Mit diesem Thema im Fokus: Widerstand gegen den Genozid an Roma und Sinti
28. Jänner 2026, 16:05
Burgenland 1940: In Lackenbach wird auf einem ehemaligen Gutshof ein Lager errichtet. Die Nazis versammeln Romnja und Roma zur Zwangsarbeit und um sie ins Ghetto Lodz zu deportieren. Von insgesamt 4000 Menschen überleben nur ein paar wenige Hundert das Lager Lackenbach. Mindestens 121 von ihnen wegen György Gedeon Rohonczy. Ein Baron, ein Gutsherr und ein Liebhaber der Roma-Musik. Er nutzt seine Kontakte in die Community und seinen Adelsstatus, um ganze Familien als Arbeiterinnen und Arbeiter auf seinen Hof zu holen, um sie vor dem Tod zu bewahren.
Nicht nur heute, auch in den 1940er Jahren ist er damit für einige wenige ein Vorbild. Zwei seiner Bekannten tun es ihm gleich. Hilfe, die Romnja und Roma dringend brauchen können. Die Nazis verabschieden schon früh zahlreiche diskriminierende Gesetze gegen sie. Romnja und Roma dürfen in Österreich nach dem sogenannten "Anschluss" nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, wählen oder "Mischehen" mit Nicht-Roma eingehen. Kinder dürfen nicht mehr die Schule besuchen und Erwachsene dürfen per Gesetz schon ab 1938 zur Zwangsarbeit eingesetzt werden. Insgesamt sind unter den Nazis rund 500.000 Romnja und Roma, Sintizze und Sinti ermordet worden.
Viele der verfolgten und ermordeten Romnja und Roma waren katholisch. Die katholische Kirche hat ihnen aber kaum Schutz geboten, teilweise haben Kirchenvertreter die Geheimpolizei bei den Verfolgungen ihrer Roma-Gemeindemitglieder unterstützt. In christlichen Kinderheimen sind "rassenhygienische Untersuchungen" an Roma-Kindern durchgeführt worden, die die Nazis zuvor ihren Familien entrissen hatten. Ein Handeln, das nur schleppend und erst in den vergangenen Jahren aufgearbeitet wird.
"Im Fokus" erzählt die Geschichte eines Mannes, der solidarisch gegenüber Romnja und Roma gehandelt hat, und geht der Frage nach, welche Rolle die römisch-katholische Kirche während des Porajmos, des Genozids an Romnja und Roma sowie Sintizze und Sinti durch das NS-Regime, gespielt hat. - Gestaltung: Amelie Sztatecsny
