Moment - Kulinarium
Kochen, Essen, Selbstdarstellung
Food, fame & real life - Kulinarik als öffentliches Ereignis
30. Jänner 2026, 15:30
"Sag' mir, was du isst und ich sage dir, wer du bist" hat der französische Gastrosoph Jean Anthelme Brillat-Savarin im 19. Jahrhundert postuliert. Rund zweihundert Jahre später zeigen zahllose Userinnen und User ihre Mahlzeiten - oder wie sie zubereitet werden. "Food" in all seinen Facetten ist zu einem Statussymbol und Distinktionsfaktor geworden, meint Olaf Deininger in seinem aktuellen Buch "Food Code". Das Fotografieren der Mahlzeiten sei so alltäglich, dass die Handykamera zum Besteck gehöre.
Kochen und Essen funktioniert so gut in den sozialen Medien, weil es über die reine Nahrungsaufnahme oder -zubereitung hinausgeht. Es ist emotionaler content (#WieVonOma) und wird mitunter ideologisch betrieben (#vegan, #highprotein).
Nicht nur Gäste und mehr oder weniger professionell agierende Laien, auch Köchinnen und Köche posten fleißig auf Instagram, TikTok und Youtube. Ihre Inszenierung hinterm Herd soll das Lokal bewerben und sie selbst als Persönlichkeit, als Marke etablieren. War früher der Gastraum die Bühne des Wirts, sind es heute (auch) das Internet und Soziale Medien.
Was Kochen, Backen und Posten mit Selbstdarstellung zu tun hat und warum sich der Platz an den Pfannen und Töpfen so gut für die Inszenierung seiner selbst eignet.
Teil 5 des "Moment"-Themenschwerpunkts "Selbstdarstellung".
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Sendereihe
Gestaltung
- Johanna Steiner
