Supernova
Highlights der Konfrontationen Nickelsdorf 2025
Meditativ-expressive Improvisationen mit Trapist und Pat Thomas' Ahmed.
1. Februar 2026, 19:45
Ende Juli 2025 fand die 45. Ausgabe der Konfrontationen statt. Zum Jubiläum bot das Festival im burgenländischen Nickelsdorf ein Programm mit einigen der aktuell spannendsten und prominentesten Ensembles in den Bereichen der freien und improvisierten Musik. Auch heuer war Ö1 vor Ort und hat ausgewählte Konzerte aufgenommen. In dieser Ausgabe von "Supernova" gibt es zwei Auftritte vom Eröffnungsabend am Freitag, 25. Juli 2025 zu hören: eines der raren Konzerte des Trios Trapist und die Österreich-Premiere des Quartetts Ahmed.
Trapist sind Martin Brandlmayr (Schlagzeug), Martin Siewert (Gitarre, Elektronik) und Joe Williamson (Bass). Brandlmayr und Siewert sind Teil des Wiener Trios Radian und haben in diversen Konstellationen am Festival gespielt. Und Williamson war ebenfalls des Öfteren in Nickelsdorf. Aber nie zu dritt als Trapist.
Entstanden ist diese Formation 2002, als der aus Kanada stammende, nun in Stockholm lebende Williamson auf Europa-Tour war und sie auf Vermittlung der Kuratorin Silvia Fässler im Wiener rhiz spielte. Seitdem traten Trapist sporadisch, dafür in prestigeträchtigen Rahmen wie 2012 am ORF musikprotokoll im steirischen herbst auf.
Die Veröffentlichungen dieses Trios wurden stets hochgeschätzt, in einer BBC-Rezension war u.a. zu lesen, so würde es wohl klingen, wenn John Cage und Morton Feldman beschlossen hätten, eine Rock-Band zu gründen.
Der britische Pianist Pat Thomas war schon mit mehreren Formationen bei den Konfrontationen und wiederholt hatten Festival-Leiter Hans Falb und sein Team versucht, sein Quartett Ahmed nach Nickelsdorf zu bringen. 2025 dann haben sie das erste Mal in Österreich gespielt; zuerst bei den Konfrontationen und kurz danach beim Jazzfestival Saalfelden. Ahmed sind neben Thomas der Bassist Joel Grip, der Schlagzeuger Antonin Gerbal und der Saxofonist Seymour Wright.
Benannt ist es nach dem Bassisten und Oud-Spieler Ahmed Abdul-Malik, der als einer der Ersten ab den 1950er Jahren afroamerikanischen Jazz mit arabischer Musik verband.
Nach einigen Live-Alben wie der 5-CD-Box "Giant Beauty" (2024) im renommierten Stockholmer Kunstraum Fylkingen ist Ende 2025 mit "Sama'a (Audition)" wieder ein Studio-Album erschienen.
Eine transzendente Jazz-Erfahrung war das Konfrontationen-Konzert. Der besondere Reiz an diesen Interpretationen ist, wie Thomas im Interview erzählt, dass Abdul-Malik auf das Klavier verzichtet hatte und das Quartett dieses nun, angelehnt an afrikanische Pentatonik, wieder integriert.
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