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Am Puls - Gesundheit und Medizin
Das Gehirn auf Messers Schneide
Dr. ChatGPT Freud - Die KI als Psychotherapeut ++ Tipps bei Durchschlafproblemen ++ Live Am Puls - Sprechstunde: Operationen am Gehirn | Gast: Christian Matula, Neurochirurg, MedUni Wien | Moderation: Ronny Tekal | Anrufe 0800 22 69 79 | E-Mail: ampuls@orf.at
19. Februar 2026, 16:05
Gehirntumor: Gute Therapien bei schlechten Karten
Es sind Eingriffe an einem Organ, das Denken, Fühlen und Bewegen steuert und in dem man seine Persönlichkeit und sein Wesen verortet. In der Neurochirurgie sind es hingegen meist Routineoperationen. So werden in der neurochirurgischen Abteilung des Wiener AKH jährlich rund 2.500 operative Eingriffe vorgenommen - bei Gehirntumoren und Aneurysmen, nach Unfällen oder auch bei Epilepsie.
Mit modernsten, bildgebenden Verfahren sowie endoskopischen und mikroskopischen Spezialgeräten sind Eingriffe unter maximaler Schonung des vulnerablen Gewebes möglich, minimalinvasiv oder mittels Craniotomie, also direkt am offenen Schädel. Zum Einsatz gelangt hier auch das robotergesteuerte Gamma-Knife, dessen Cobalt-60-Quellen die Krebszellen zielgenau zerstören können.
Eine Tumoroperation im Gehirn ist Millimeterarbeit und ein ständiges Abwägen, wo der Tumor endet und gesundes Gewebe beginnt, mittlerweile auch mit Unterstützung der KI. Mitunter muss sogar eine gerade operierte Person (schmerzfrei) aus der Narkose geweckt werden, um die Funktionen zu überprüfen: Kurz einmal sprechen oder auch ein Teil eines Flötenkonzertes zum Besten geben (wie beim Fall einer Berufsmusikerin an der Uni Graz im Jahr 2018).
Ronny Tekal spricht mit dem Gehirnchirurgen Christian Matula über die Kunst der "Kopfarbeit", lebensrettende Operationen, neue Chancen bei unheilbaren Tumoren und auch darüber, dass nicht hinter jedem Kopfschmerz gleich ein Hirntumor stecken muss.
Gast im Studio:
Christian Matula, Neurochirurg, stellvertretender Leiter der Univ.- Klinik für Neurochirurgie, Allgemeines Krankenhaus, MedUni Wien
Chatbots in der Psychotherapie
"Es tut mir leid, dass es dir seit Wochen so geht. Traurigkeit, die lange anhält, kann sehr belastend sein - und es ist gut, dass du darüber sprichst." Wenn man der künstlichen Intelligenz (KI) seine innersten Ängste und Gefühle preisgibt, erhält man Antworten, die auf den ersten Blick überaus empathisch wirken. Eine US-amerikanischen Untersuchung aus dem Jahr 2025 zeigte den hohen Bedarf: 48,7 Prozent der befragten Menschen mit psychischen Beschwerden, die auch eine KI nutzten, gaben an, große Sprachmodelle wie ChatGPT ausdrücklich für therapeutische Unterstützung einzusetzen.
Die vermittelte Sympathie und die unbedingte Zustimmung, die die Chatbots so beliebt machen, sind auch (neben dem mangelnden Datenschutz) deren größtes Risiko: Vergangenes Jahr kam es zu mehreren Klagen gegen die Betreiberfirma OpenAI wegen Personenschadens und fahrlässiger Tötung. So soll unter anderem ein 16-jähriger Amerikaner Suizid begangen haben, nachdem ihn ChatGPT durch Monate zum Tod ermutigt und Ratschläge gegeben hat.
Dennoch sieht man von Expertenseite Chancen, angesichts der deutlichen psychotherapeutischen Unterversorgung im niedergelassenen Kassenbereich und den langen Wartezeiten, die künstliche Intelligenz als psychotherapeutisches Tool zu nutzen.
Interviewpartner:
Manuel Jakab, Soziologe und Psychotherapiewissenschaftler an der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien
Rubrik "Eine Frage noch"
Rund ein Drittel der europäischen Bevölkerung leidet an behandlungsbedürftigen Schlafstörungen, einhergehend mit großen volkswirtschaftlichen Konsequenzen. So lauten die Ergebnisse einer kürzlich veröffentlichten Studie mit österreichischer Beteiligung im European Journal of Neurology. Dazu die passende Frage:
"Was tun bei Durchschlafstörungen?"
Die Antwort kommt von der Schlafcoachin Melanie Pesendorfer
