Emma Bormann, KI-verbessert

GEMEINFREI/KI-VERBESSERT

Radiokolleg

Frauen mit Courage: Zwischen Japan und (Alt-) Österreich (3)

Emma Bormann (1887 - 1974)

Die Malerin und Graphikerin Emma Bormann muss nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten aus Österreich fliehen. 1939 emigriert sie mit ihren Töchtern nach China. In Fernost lernt sie Pinselmalerei und Schablonendruck, bringt sich und die Kinder mit Kunst durch.
Emma Bormann, geboren 1887 in Wien, studiert Germanistik und Prähistorik an der Universität Wien, besucht die graphische Lehr- und Versuchsanstalt und nimmt privaten Malunterricht. 1924 heiratet sie in Klosterneuburg den jüdischen Arzt und Maler Eugen Milch, und bringt zwei Töchter zur Welt. 1926 erhält Emma eine Anstellung als Lektorin für Zeichnen an der Universität Wien, doch nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wird sie von der Uni entlassen und folgt ihrem Ehemann nach China. Eugen Milch ist bereits 1937 nach China emigriert, wo er eine Stelle am Krankenhaus einer kirchlichen Mission in Pakhoi gefunden hat. Dort lebt die Familie bis zum Einmarsch der Japaner. In China erlernt Emma Pinselmalerei und Schablonendruck. 1942, als die Japaner das Land besetzen, flüchtet die Familie nach Kanton und Shanghai. Eugen Milch nimmt neuerlich eine Stelle bei einer Mission an. Emmas und Eugens Wege trennen sich. Emma bringt sich und ihre Töchter mühsam mit ihrer Kunst durch. Ab 1953 lebt Emma Bormann bei Tochter Ute in Tokyo. Dort macht ihr das feucht-schwüle Klima zu schaffen, und sie verbringt ihre Zeit abwechselnd bei Ute und Tochter Jorun in den USA.
Zu Emma Bormanns Werk gehören Ölgemälde, Radierungen, Holz- und Linolschnitte. Beliebte Themen sind Stadtansichten von oben und belebte Theater-, Konzert- und Opernsäle. Die Vielreisende hält ihre Eindrücke aus Österreich, Deutschland, Frankreich, England, Schweden, der Tschechoslowakei, Italien, Türkei, China, Japan und den USA in Stadtansichten und Landschaften fest. Ihr großes Ouevre befindet sich heute bei ihrer Enkelin Hedwig Schreck in Tokyo, im MAK und in der Albertina in Wien, aber auch im Metropolitan Museum of Art und im British Museum.
Gestaltung: Judith Brandner

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