Demonstration gegen den österreichischen Bundespräsidenten Kurt Waldheim in Wien mit dem Nachbau des Trojanischen Pferdes, 1988.

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Dimensionen

Das Ende der Opferthese

40 Jahre "Waldheim-Affäre"

Anfang März 1986 erschien der erste Artikel im Nachrichtenmagazin "Profil": "Waldheim und die SA". Die folgenden Debatten um die Kriegsvergangenheit des damaligen Bundespräsidentschaftskanditaten Kurt Waldheim veränderten den Blick auf die jüngere Geschichte diametral: Die offizielle Selbstdarstellung Österreichs als Opfer des NS-Regimes ohne jegliche Mitverantwortung an seinen Verbrechen wurde unhaltbar. Waldheims sich verteidigende Aussage von der "Pflichterfüllung" als Soldat machte die Widersprüchlichkeit der österreichischen Geschichtspolitik - zwischen Opfermythos und Gefallenengedächtnis - deutlich. Seine selektive Erinnerung an die Zeit im Kriegsdienst wurde zum Synonym für die selektive Erinnerungskultur eines ganzen Landes. Die "Waldheim-Affäre" markierte die Zäsur im österreichischen Geschichtsbewusstsein um die NS-Vergangenheit. Der Konflikt war allerdings auch Teil einer gesamteuropäischen Entwicklung.

Gestaltung: Rosemarie Burgstaller

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