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Vom Leben der Natur
Weibliche Führungskräfte
Die Verhaltensbiologin Angela Stöger spricht über die Geschlechterrollen von Elefantenkühen und Elefantenbullen.
3. März 2026, 08:55
Elefanten sind Lebensraumgestalter. Sie sind intelligent, sozial und höchst sensible Wesen. Ihre Kommunikation ist vielfältig und faszinierend. Die Dickhäuter werden in drei Arten unterschieden: Savannen- und Waldelefanten, beide Arten leben in Afrika, die dritte Art existiert in größerer Zahl nur noch in asiatischen Dschungelgebieten Indiens, Sri Lankas und Thailands. Wilderei, die Jagd nach Elfenbein, der Klimawandel und schwindende Lebensräume setzen den großen Säugetieren dabei immer mehr zu.
Elefanten leben in Familienverbänden. In diesen komplexen Sozialsystemen nehmen die Großmütter eine besondere Rolle ein: Sie leiten die Herden. An der Matriarchin oder der Leitkuh liegt das Fortkommen der ganzen Gruppe, zu der Schwestern, Cousinen, Töchter und Enkelinnen gehören, sowie männliche Jungtiere bis zum Teenageralter.
Die besondere Stellung der Matriarchin resultiert aus ihrem über Jahrzehnte gewachsenen Wissen und ihrer Erfahrung. Sie findet die Wasserstellen, weiß, wo die lohnendsten Futterplätze und lebensnotwendige Mineralien zu finden sind. Sie entscheidet, wie auf Gefahren und unvorhergesehene Situationen zu reagieren ist.
Die Matriarchin ist die Lehrmeisterin ihrer Gruppe. Wissen und Erfahrungswerte bleiben auf diese Weise erhalten, sie bilden die Grundlage für das Überleben dieser imposanten Dickhäuter.
Service
Gesprächspartnerin:
Univ.-Prof.in Mag.a Dr.in Angela Stöger-Horwath
Abteilung für Verhaltens- und Kognitionsbiologie an der Universität Wien
Ihr Buch "Elefanten. Ihre Weisheit, ihre Sprache und ihr soziales Miteinander" wurde 2024 zum Wissenschaftsbuch des Jahres gekürt.
Angela Stöger
Abteilung für Verhaltens- und Kognitionsbiologie an der Universität Wien
Elefantenpark im Tiergarten Schönbrunn
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Sendereihe
Gestaltung
- Rosemarie Burgstaller
