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Betrifft: Geschichte
Globale Landhandelsrouten
Begehrte Güter, neues Wissen, Krankheiten und Konflikte. Mit: Andreas Külzer, Professor für Byzantinistik, Österreichische Akademie der Wissenschaften; Andreas Obenaus, Mitglied des Forschungsschwerpunkts Globalgeschichte der Universität Wien und Direktor des Erich Fried Realgymnasiums in Wien; Johannes Preiser-Kapeller, Umwelt- und Globalhistoriker an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Universität Wien. Gestaltung: Isabelle Engels.
4. März 2026, 15:55
Reichbeladene Karawanen, exotische Länder und Abenteuer: die großen Fernhandelsrouten wie die Seidenstraße beflügeln bis heute die Fantasie. Diese Vorstellungen werden auch in der Gegenwart für weitreichende politische Pläne (etwa die "Neue Seidenstraße" Chinas) genutzt. Tatsächlich mobilisierten die Nachfrage nach wertvollen Gütern und die daraus zu erzielenden Gewinne Menschen seit Jahrtausenden - nicht nur entlang der Seidenstraße, sondern auch auf vielen anderen Routen quer durch Afrika, Asien, Europa und Amerika.
Ob edle Stoffe, Tee. Kakao, Gold, Weihrauch oder Mais: deren Transport über weite Strecken bedeutete unter vorindustriellen Bedingungen enorme logistische Herausforderungen. Unwirtliche Landstriche wie Wüsten oder Gebirge mussten zu Fuß, mit Lastentieren und Karren durch- und überquert werden. Mit den Waren und Kaufleuten kam es auch zu einem Austausch an Wissen, neuen Ideen und religiösen Vorstellungen. Religionen motivierten Menschen ebenso zu sehr weiten Reisen - der Transport und die Versorgung dieser Pilger wiederum beflügelte den Handel. Doch bei aller Faszination für die Handelsrouten darf man nicht vergessen, dass Menschen als Sklaven verschleppt, Tiere und Natur in den Herkunftsländern ausgebeutet wurden. Auch wanderten Krankheiten mit den Kaufleuten mit und verbreiteten sich entlang dieser Routen. Die Kontrolle über die Handelswege führte zu Konflikten zwischen Ländern und dem Bemühen, Konkurrenten vom Warenstrom abzuschneiden. Somit wird die Geschichte der Routen der Vergangenheit auch zu einem Lehrstück für die Herausforderungen der modernen Globalisierung.
