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Im Fokus - Religion und Ethik
Meine Urgroßtante, die Hexe
Ein "Thema im Fokus" im Rahmen des Ö1-Schwerpunktes zum Internationalen Frauentag
4. März 2026, 16:05
"Meine Urahnin wurde als Hexe verbrannt. Was hat das mit mir zu tun?" Diese Frage hat sich Juliane Schiemenz, eine deutsche Journalistin, immer wieder gestellt. Als Kind hat sie erfahren, dass sie eine Nachfahrin der Pommerschen Adeligen Sidonia von Borcke ist, die im 16. Jahrhundert geboren und 1620 als Hexe hingerichtet wurde. Seitdem hat sie immer mehr Informationen über Sidonia gesammelt.
1604 musste Sidonia von Borcke nach dem Tod ihres Bruders in das evangelische Jungfrauenstift Kloster Marienfließ eintreten. Dort fügte sie sich nicht in die strenge Klosterordnung und geriet bald in Streit mit den übrigen Klosterfrauen und der Klosterleitung. Von ihren Mitschwestern wurde sie schließlich der Hexerei bezichtigt. 1620 wurde sie in einem Hexenprozess zum Tod verurteilt, in Stettin mit dem Schwert hingerichtet und anschließend auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Fälle von sogenannter Hexenverfolgung und -verbrennung gab es auch in Österreich zu Tausenden. Die letzte "Hexe" wurde in Salzburg 1750 hingerichtet.
Die Geschichte ihrer Vorfahrin sei eine Geschichte weiblicher Wut, sagt Juliane Schiemenz heute. Ein "Thema im Fokus" im Rahmen des Ö1-Schwerpunktes zum Internationalen Frauentag. - Gestaltung: Kerstin Tretina
