Science Arena
Das journalistische Zitier-Karussell
9. März 2026, 16:05
Es dreht sich im Kreis, um die eigene Achse, dass einem mitunter schwindelig wird. Schwindelig kann einem auch ob der Umstände werden, unter denen Menschen in Medienbetrieben arbeiten müssen. Während Zeit, Geld und Personal Mangelware sind und um Aufmerksamkeit gebuhlt wird, steigen das Tempo des Karussells und seine Ansprüche mit jedem Tag.
Um dabei irgendwie Schritt halten zu können, bleibt die eigene Recherche immer öfter auf der Strecke. Journalistinnen und Journalisten tendieren dazu, voneinander abzuschreiben und so ihre eigene Realität zu erschaffen. Dass diese aber nicht immer mit jener der übrigen Bevölkerung übereinstimmen muss, zeigt sich darin, dass das Publikum sich zunehmend von diesem Karussell ab- und anderen Kanälen zuwendet. Dort regieren ebenso eigene Realitäten.
Dabei gilt: Je öfter zitiert, desto mehr Wahrheit regiert. Oder doch nicht? Neben der Quantität zählt auch die Hierarchie. Das "Copy-Paste" richtet sich danach, von wem besagte Information stammt.
Doch in welchem Takt und nach welcher Drehachse funktioniert das journalistische Karussell?
Gestaltung: Daphne Hruby
