AP/KIM D. JOHNSON
Radiokolleg
100 Songs: Geschichte wird gemacht (3)
Enya - Only Time (Irland, 2000)
11. März 2026, 09:45
Am elften September 2001 wurden die Vereinigten Staaten von Amerika zum Ziel von islamistischen Terroranschlägen, bei denen rund 3000 Menschen starben. Innen- und Außenpolitik sowie die kulturelle Landschaft veränderten sich dadurch grundlegend. Unmittelbar nach den Attentaten wurde der Song "Only Time" der irischen New-Age-Musikerin Enya besonders häufig zur Bilduntermalung in Fernsehsendern eingesetzt, während der Opfer gedacht werden sollte. Mit getragener Stimmung, langsam schreitenden Streichern und nebulösem Text eignete sich "Only Time", um eine würdevolle und feierliche Stimmung in 24-Stunden-Nachrichtensendungen zu transportieren. Gerade in den USA und alliierten Ländern wie Kanada, Deutschland, Polen, aber auch der neutralen Schweiz und Österreich konnte sich "Only Time" sehr oft verkaufen. Die Kritiken waren dabei vernichtend. So gäbe es keinen vernünftigen Grund, diesen New-Age-Nonsense zu hören, war einmal zu lesen, oder dass Enya mit ihrem Album den Glauben an die Demokratie auf den Prüfstand stellen würde. 20 Jahre später hatte sich die Bewertung dieser Musikerin gedreht. "Enya ist überall", titelte ein weitschweifender Essay in einer tonangebenden Musikzeitschrift über ihren Einfluss in der elektronischen Musik.
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Sendereihe
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- Stefan Niederwieser
