ORF/INSTITUT FÜR JÜDISCHE GESCHICHTE ÖSTERREICHS
Moment
Arbeiten, wo früher gemordet wurde
Die Psychiatrie Mauer-Öhling arbeitet ihre NS-Vergangenheit auf
12. März 2026, 15:30
2.848 psychisch erkrankte Menschen kamen während der NS-Zeit in der niederösterreichischen Psychiatrie Mauer-Öhling bei Amstetten ums Leben. Die Sterblichkeitsrate stieg in dieser Zeit von fünf auf 18 Prozent. Patienten starben aufgrund von Mangelernährung, wurden aber auch mittels Elektroschocks und der Überdosierung von Medikamenten umgebracht.
Was bedeutet es für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des heutigen Landesklinikums Mauer, in den Räumlichkeiten solcher Verbrechen zu arbeiten? Dieser Frage ging ein viertägiger Workshop des Ludwig Boltzmann Instituts für Kriegsfolgenforschung nach. Das heutige Personal der Psychiatrie wurde dabei auf den neuesten Stand der historischen Forschung gebracht. Außerdem dachte man, etwa auf dem Gelände des Klinikfriedhofs, über Gedenkarbeit und Aufarbeitung nach. Unter den Workshopteilnehmerinnen war auch die Sozialarbeiterin Margret Wiesflecker, deren Eltern ab den 1950er-Jahren als Pfleger in Mauer-Öhling gearbeitet haben. Die Vorgesetzten ihrer Eltern waren zum Teil auch während der NS-Zeit hier beschäftigt gewesen.
Gestaltung: Jonathan Scheucher
Redaktion: Johanna Steiner
Service
NÖ Landesausstellung Amstetten - Mauer
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