Ausgewählt
Ekstatisch und zart
Chopins Scherzo Nr. 1 in h-Moll im Vergleich der Interpretationen
19. März 2026, 10:05
Was als Scherzo in Symphonien und Kammermusik gerne für allerlei Experimente, für das Unkonventionelle und leicht Verwirrende Platz bot, wurde in den Scherzi für Klavier, als alleinstehende Charakterstücke auf die Spitze getrieben. Verbunden nun mit der Virtuosität der Pianist:innen wurden die Freiheiten der Scherzi im 19. Jahrhundert zu teilweise ekstatischen Klaviereskapaden. Fréderic Chopin reist 1830/31 nach Wien und beginnt hier sein Scherzo Nr. 1 zu komponieren, dessen "aufgewühlter" Charakter gerne in Verbindung gebracht wird mit Chopins Besorgnis über den damals ausbrechenden "Novemberaufstand" in seiner Heimat Polen gegen die russische Herrschaft. Aber ein äußerst ruhiger und langsam-lyrischer Mittelteil dieses Scherzo steht in extremem Gegensatz zu den wilden und tobenden Passagen.
