Gedanken für den Tag
Mary Shelley, Schöpferin von Frankenstein
von Brigitte Schwens-Harrant, Autorin und Feuilleton-Chefin der "Furche"
20. März 2026, 06:57
Juni 1816: Einige junge Menschen vertreiben sich in der Nähe von Genf die kalte und regnerische Zeit mit Gespenstergeschichten, die sie zufällig entdeckt haben. Sie bekommen Lust, sie nachzuahmen. "Das Wetter besserte sich jedoch plötzlich, meine beiden Freunde verließen mich, um eine Reise durch die Alpen zu unternehmen, und vergaßen über der beeindruckend großartigen Landschaft all ihre gespenstischen Visionen. Die folgende Geschichte ist die einzige, die vollendet wurde", schreibt Mary Shelley im Vorwort zu ihrem Buch "Frankenstein oder Der moderne Prometheus", das 1818 erscheint. Die damals noch nicht einmal 20 Jahre alte Autorin erschuf mit diesem Roman keine Gespenstergeschichte, sondern eines der berühmtesten Monster der Literaturgeschichte; das Grauen der Leserinnen und Leser gilt auch dem Forscher und Schöpfer namens Frankenstein. Ihr Werk wurde Ausgangspunkt für zahlreiche Science-Fiction-Romane und -Filme; die Fragen, die die Autorin darin stellt, sind auch zwei Jahrhunderte später noch aktuell. Dass das Schauerliche durch keine Geister, sondern durch das entsteht, was Menschen tun, macht auch ihr Roman "Der letzte Mensch" (1826) sichtbar.
Brigitte Schwens-Harrant, Feuilletonchefin der "Furche" und Autorin, erinnert an Leben und Werk der am 30. August 1797 in London geborenen und am 1. Februar1851 gestorbenen Autorin: zwischen ihrem 175. Todestag und 190 Jahre Frankenstein.
