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Menschenbilder
Christine König, Galeristin
Zur Sache - to the Point! Die Galeristin Christine König
22. März 2026, 14:10
Christine König stammt aus einer Salzburger Hoteliersfamilie und war schon als Kind bekannt für ihren unbeugsamen Willen, ihre Neugier und ihren angstfreien Umgang mit Erwachsenen. Was immer später in ihrem Leben passierte, Angst empfand sie nie, denn "das Schlimmste hatte ich schon hinter mir". Sie studierte Germanistik und schrieb ihre Diplomarbeit im altgermanistischen Fach über die keltische Göttin Rianon und ihre Beziehung zu Brunhild aus dem Nibelungenlied.
"Ich habe es mir wirklich schwer gemacht" sagt sie heute im Rückblick. Nicht dass die Dissertation einfacher gewesen wäre: Sie erstellte ein kommentiertes Bibliotheksverzeichnis über die Bibliothek von Gerhard Rühm - und das zu einer Zeit, als sie bereits erfolgreiche Galeristin im ersten Wiener Bezirk war und alleinerziehende Mutter einer Tochter.
In der Galerie - die sie 1999 in die Schleifmühlgasse im 4. Bezirk übersiedelte - stellte sie internationale Künstlerinnen und Künstler der Nachkriegszeit aus, mit Fokus auf Konzeptkunst, politischen Aktivismus, Feminismus und Literatur. Sie öffnete ihre Galerie für alle Interessierten zum Diskurs, indem sie Persönlichkeiten aus Philosophie, Kunst und Kreativszene zu Gesprächen und Vorträgen einlud. Heute tragen drei Galerien ihren Namen. Die Ur-Galerie hat sie längst an Tochter Elsa weitergegeben, sie selbst leitet nun "Chapter III - Das Bild und sein Buch". Doch das ist noch lange nicht alles.
Christine König erweist sich im Interview für dieses "Menschenbild" als charmante und kluge Gesprächspartnerin - doch keine allzu geduldige Zuhörerin. "To the point", sagt sie manchmal streng, wenn sie schon längst verstanden hat, worauf das Gegenüber hinauswill - dann lacht sie über sich selbst.
