Spielräume Spezial

Die hohe Kunst des gesprochenen Songs

Talking anything you want Blues

Songs sind dazu da, zu unterhalten, Geschichten zu erzählen und Botschaften zu verbreiten. Dafür braucht es nicht unbedingt eine Melodie; auch Gesprochenes kann zum Song werden, vor allem dann, wenn es harmonisch und/oder rhythmisch eingebettet wird. Was der Rap zum Prinzip erkoren und in virtuoser Vokaltechnik ausgefeilt hat, ist vermutlich so alt wie menschliches Musizieren und Dichten an sich.

Der 1893 in South Carolina geborene (Weiße) Christopher Bouchillon war also sicher nicht der erste, der Songs nicht gesungen, sondern rhythmisch gesprochen hat, aber er wurde dennoch zum Wegbereiter, als er 1926 ein humoristisches Stück mit dem Titel "Talking Blues" auf Schallplatte bannte. Dieser Song hatte großen Erfolg, fand viele Nachahmer und wurde zum Ausgangspunkt und Namensgeber für ein neues Subgenre in der US-amerikanischen Folk-Tradition. Woody Guthrie, Pete Seeger, Bob Dylan, Phil Ochs und viele mehr übernahmen Idee, lyrische Form, rhythmische Struktur und Harmonien vor allem für ihre Protestsongs, in denen trocken vorgetragene Reime voller Witz und Ironie dabei halfen, den Ernst der politischen Botschaften zu unterstreichen.

Ausgehend vom Talking Blues erkunden diese "Spielräume" aber auch noch andere Beispiele für die hohe Kunst des gesprochenen Songs.

Sendereihe

Gestaltung

  • Michael Neuhauser