Gedanken für den Tag

Zwischen Kreuz und neuem Morgen

Br. Thomas Hessler OSB, Leiter des Europaklosters Gut Aich und Künstler, macht sich Gedanken zur Karwoche

Die christliche Karwoche und das Osterfest führen mitten hinein in die großen Spannungen des Lebens: Leid und Hoffnung, Dunkelheit und Licht, Ende und Neubeginn. Die Karwoche, so Bruder Thomas Hessler OSB vom Europakloster Gut Aich, ist eine Zeit des bewussten Innehaltens. Sie konfrontiert mit dem Leiden Jesu Christi - und mit dem Leiden der Welt und des eigenen Lebens. Das Kreuz stehe dabei nicht isoliert, sondern immer schon im Horizont der Auferstehung. Tod und Leben, Ohnmacht und göttliche Nähe gehören zusammen.

Ostern öffnet schließlich den Blick auf ein "neues Morgen". Die Auferstehung ist kein Vertrösten, sondern ein Hoffnungszeichen für eine Welt, die von Unsicherheit, Krisen und Brüchen geprägt ist. Das Osterlicht, das in der Osternacht die Dunkelheit durchbricht, steht für die Zusage, dass das Leben stärker ist als der Tod - und dass Veränderung möglich bleibt.

Für Bruder Thomas Hessler ist Ostern daher auch ein Auftrag: Brücken zu bauen - zwischen Menschen, in Gemeinschaften, in einer verletzlichen Welt. Hoffnung zeigt sich nicht nur im Glauben, sondern im konkreten Handeln, im Miteinander und im Vertrauen darauf, dass aus dem Durchgang durch das Dunkel neues Leben wachsen kann.

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