Dimensionen

Mit Schaf und Ziege immer im Freien

Hirtenkultur im Flachland

Seit vielen Jahren hütet Matthias Prieth im Sommer Tiere auf einer Alm in seiner Heimat Südtirol. Seit zwei Jahren ist er auch im Winter bis in den Frühling hinein abseits des Hochgebirges jeden Tag draußen. Er betreut etwa 100 Schafe und Ziegen, die auf Wiesen und Äckern in der Nähe von Wiener Neustadt grasen. Der Hirte betreut die Tiere und hält ohne Zaun, aber mir zwei Hütehunden, die Herde zusammen. Weidehaltung mit Hirtinnen und Hirten ist abgesehen von den Almen im Gebirge selten. Dieser Hirte, bezahlt vom Verein "Hirtenkultur", ist der einzige, der die Winterweide in Österreich betreibt, sie hat hierzulande kaum Tradition. Für die Tiere sind Bewegung und natürliche Futteraufnahme vorteilhaft. Auch die Pflanzen auf den Äckern profitieren vom Dünger, sagt ein Bauer, der die Herde auf seinem Land fressen lässt. Die lokalen Jäger sehen in den Schafen und Ziegen Nahrungskonkurrenten und Störung für das Wild. "Ich bin der Kreis, der sich durch eine quadratische Welt bewegt", sagt der 34-jährige Hirte Matthias Prieth über die Herausforderung, eine uralte Form der Landnutzung in einer modernen, zersiedelten und verbauten Agrarlandschaft wiederzubeleben.

Service

Podcast abonnieren

Sendereihe

Gestaltung

  • Lukas Tremetsberger