WIENER STAATSOPER
Opernabend - Live aus der Wiener Staatsoper
Alban Berg: "Wozzeck"
Mit Johannes Martin Kränzle (Wozzeck), Marlis Petersen (Marie), Dmitry Golovnin (Tambourmajor), Jörg Schneider (Hauptmann), Dmitry Belosselskiy (Doktor), Daniel Jenz (Andres), Monika Bohinec (Margret) u.a.
Chor und Orchester der Wiener Staatsoper; Dirigent: Franz Welser-Möst
(Live-Übertragung aus der Wiener Staatsoper, in 5.1 Surround Sound)
11. April 2026, 20:00
Die Oper Wozzeck basiert auf einem Drama von Georg Büchner, der die Tragödie des Soldaten Wozzeck nach gerichtsmedizinischen Gutachten dramatisch behandelt hatte; der Schriftsteller hatte sein Werk jedoch nicht vollendet. Nach dem frühen Tod des Dichters im Alter von nur 23 Jahren blieben die Wozzeck-Fragmente nahezu 40 Jahre in den Schubladen seiner Nachlassverwalter unbeachtet liegen.
Erst in den 1870er Jahren wurden sie veröffentlicht - und noch einmal circa 40 Jahre sollten vergehen, bis es zu einer Aufführung der Fragmente auf einer Bühne kam: Die Uraufführung fand 1913 im Münchner Residenztheater statt, im Jahr danach wurde das Werk in Wien präsentiert. Genau diese Produktion hat der damals 29-jährige Alban Berg miterlebt - gleich beim ersten Besuch des Schauspiels soll er sich bewusst gewesen sein, den Text für seine erste Oper gefunden zu haben. Auch Einwände seines Lehrers Arnold Schönberg konnten ihn nicht abbringen, eine Wozzeck-Oper zu schreiben.
Ab 1915 arbeitete der Komponist mit Unterbrechungen an Wozzeck, 1922 war die Oper abgeschlossen. Doch erst drei Jahre später kam es zur Uraufführung zuerst der Wozzeck-Bruchstücke in Frankfurt und dann im gleichen Jahr auch zur Weltpremiere der kompletten Oper an der Berliner Staatsoper (unter der musikalischen Leitung von Erich Kleiber). Ein Teil der Kritiker war begeistert, andere wiederum haben vernichtend geurteilt. Paul Zschorlich etwa ließ sich damals zu der Meinung hinreißen, Alban Berg sei ein musikalischer Hochstapler und ein gemeingefährlicher Tonsetzer. Auf der anderen Seite sprach man von Wozzeck als einem "Ereignis von Bedeutung für die Geschichte der Musikdramatik".
Bis 1933 wurde die Oper an einer ganzen Reihe von Bühnen zur Aufführung gebracht, danach folgte eine Zwangspause in der Rezeptionsgeschichte (die Nationalsozialisten hatten das Werk verboten!), ehe die Oper ab 1945 wieder regelmäßig gespielt wurde und schnell in den Rang eines "Klassikers der Moderne" gehoben wurde.
Die Erstaufführung des Wozzeck an der Wiener Staatsoper 1930 dirigierte Clemens Krauss- und immerhin zählte das anfänglich als schwer rezipierbar geltende Werk auch 1955 zum Reigen der Festopern zur Wiedereröffnung des wiedererrichteten Opernhauses am Ring, damals musikalisch geleitet von Karl Böhm. 30 Jahre bis 1985 sollte die Oscar-Fritz-Schuh-Inszenierung in einer Ausstattung von Caspar Neher im Repertoire des Hauses verbleiben. "Nur" 17 Jahre waren der nachfolgenden Wiener Wozzeck-Produktion unter Claudio Abbado in der Regie von Adolf Dresden beschieden. 2022 ist eine Wozzeck-Inszenierung von Simon Stone gefolgt, die bisher aber nur achtmal gezeigt wurde; jetzt wird diese Produktion wiederaufgenommen - dirigiert von Franz Welser-Möst.
Service
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